Die Stele präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse über die Dynamik der Flut, darunter eine Visualisierung der Strömungsgeschwindigkeit entlang des Flusses während des Ereignisses, basierend auf Hochwassersimulationen von Norick Peters. Die Karte zeigt, dass stromabwärts der Brücke, im mittleren Teil des Flussbettes, während der Flut durchschnittliche Strömungsgeschwindigkeiten von etwa 5 m/s auftraten. Diese extrem hohen Geschwindigkeiten erklären die zerstörerische Kraft des Hochwassers, das im gesamten Dorf schwere Schäden verursachte. Insgesamt wurden durch die Flut etwa 260 Häuser in Ahrbrück beschädigt oder zerstört, darunter das Pfarrhaus, die Kirche und die Ahrbrücke selbst.
Die Analyse stammt aus der Bachelorarbeit von Norick Peters, in der untersucht wurde, wie Brücken das Ausmaß und die Dynamik historischer Hochwasserereignisse im Ahrtal beeinflussen. Die Studie simulierte die Hochwasserereignisse von 2016 und 2021 unter Verwendung gemessener und rekonstruierter Pegeldaten als Referenzszenarien und verglich zusätzliche Szenarien mit unterschiedlichen Brückenbedingungen, um zu beurteilen, wie Brückenkonstruktionen und Trümmeransammlungen die Hochwasserdynamik und Überschwemmungsmuster beeinflussen. Die Arbeit wurde von Dr. Pınar Pamukçu Albers von der Forschungsgruppe Ökohydrologie und Wasserressourcenmanagement des Fachbereichs Geographie betreut.
Die Einbeziehung dieser Forschungsergebnisse in das Denkmal unterstreicht die wichtige Rolle wissenschaftlicher Analysen für das Verständnis extremer Ereignisse sowie die Förderung des kollektiven Gedächtnisses und der Resilienz. Durch die Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in leicht zugängliche visuelle Informationen vermittelt die Stele Besucher*innen und Anwohner*innen Einblicke in das Ausmaß und die Mechanismen der Katastrophe und unterstreicht ebenfalls die Bedeutung einer verbesserten Hochwasservorsorge für die Zukunft.