Was steht dem ländlichen Afrika angesichts einer rasch wachsenden Bevölkerung, des Klimawandels sowie von Armut und Ungleichheit bevor – insbesondere vor dem Hintergrund einer prognostizierten zunehmenden Anfälligkeit für Naturkatastrophen und Nahrungsmittelknappheit?
Dieses Buch bringt Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Ökologie, Landwirtschaft, Wirtschaft, Humangeographie und Kulturanthropologie aus Äthiopien, Ghana, Kenia, Südafrika, Tansania, Uganda, Deutschland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich zusammen und konzentriert sich auf den sozial-ökologischen Wandel und die Gestaltung der Zukunft im ländlichen Afrika, insbesondere in Gebieten mit raschen Landnutzungsänderungen infolge der Einrichtung von Entwicklungskorridoren, Naturschutzgebieten und groß angelegten Infrastrukturprojekten. In Afrika sind Diskussionen über den weiteren Weg konfliktreich, da sich die Menschen nicht über wünschenswerte Ziele einig sind. Die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern scheint größer zu sein als anderswo. Der Kampf um eine wünschenswerte Zukunft ist eingebettet in eine problematische Geschichte ausländischer Herrschaft und Ausbeutung.
Mit Schwerpunkt auf Ost- und Südafrika reichen die behandelten Themen von der Geschichte von Naturschutzinitiativen und dem Schutz wildlebender Tiere bis hin zu Visionen einer grünen Entwicklung, von den geschlechtsspezifischen Auswirkungen extremer Klimaereignisse auf die Weidewirtschaft bis hin zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in landwirtschaftlichen Betrieben und mobilem Geld in geografisch abgelegenen Gebieten, von groß angelegten Energieinfrastrukturprojekten und Wachstumskorridoren bis hin zu lokalen Formen des Risikomanagements. Der Band beginnt mit Reflexionen über afrikanische utopische Zukunftsbilder und die konzeptionelle Dekolonialisierung in der afrikanischen Zukunftsvorstellung.