04. März 2026

SOZIAHR-Workshop: Begegnungsstätten im Ahrtal SOZIAHR-Workshop: Begegnungsstätten im Ahrtal

Am 3. November 2025 trafen sich im Rahmen eines Workshops des Projekts SOZIAHR Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft an der Hochschule Koblenz (Standort Remagen), um über Begegnungsstätten im Ahrtal zu beraten. In einem Gallery Walk wurden 43 Einrichtungen identifiziert und erste Unterschiede in ihrer Verteilung sowie bei den Zielgruppen sichtbar. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden Herausforderungen und entwickelten Ziele, etwa eine langfristige Finanzierung, stärkere Kooperationen und Unterstützung für Ehrenamtliche. 

Workshop 4: "Begegnungsstätten im Wiederaufbau"
Workshop 4: "Begegnungsstätten im Wiederaufbau" © Julia Noppeney
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Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sowie von Hilfsorganisationen und Vereinen kamen am 03. November 2025 zu einem intensiven Austausch an der Hochschule Koblenz am Standort Remagen zusammen. Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem der Caritasverband e.V., Die Vereinsagenten e.V., die Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die Stellvertretende Opferbeauftragte der Landesregierung Rheinland-Pfalz.

Im ersten Teil des Workshops wurde im Rahmen eines sogenannten Gallery Walks eine Bestandsaufnahme der Begegnungsstätten im Ahrtal durchgeführt. Dabei sammelten die Teilnehmenden auf Stellwänden eine erste Übersicht über bestehende Einrichtungen. Insgesamt konnten so 43 Begegnungsstätten von Sinzig bis Ahrdorf identifiziert werden und erste Tendenzen in Bezug auf die Verteilung von Standorten, Trägerschaften und Zielgruppen beobachtet werden.

Es zeichnet sich eine Ballung von Begegnungsstätten im Stadtgebiet von Bad Neuenahr-Ahrweiler ab, während in der Verbandsgemeinde Adenau deutlich weniger Einrichtungen vermerkt wurden. Dort bestehen laut den Teilnehmenden vor allem informelle Initiativen, die von ehrenamtlich Tätigen betreut werden. Zudem richten sich die meisten Angebote aus der gewonnenen Übersicht grundsätzlich an alle Generationen, einige speziell an Senior*innen und nur sehr wenige speziell an Kinder und Jugendliche. Eine strukturierte Abfrage an alle identifizierten Begegnungsstätten soll belastbare Zahlen zu spezifischen Angeboten, Ehrenämtlern und Unterstützungsbedarfen liefern. Durch eine breite Streuung der Abfrage im Praxis-Netzwerk von SOZIAHR wird zudem angestrebt, weitere, bislang unentdeckte Begegnungsstätte in die Übersicht aufnehmen zu können.

Auf weiteren Stellwänden wurde Feedback der Teilnehmenden zu einem Fragebogenauszug einer von SOZIAHR erstellten Bevölkerungsumfrage eingeholt. Zudem wurde thematisiert, dass die Flut in den Begegnungsstätten weiterhin eine Rolle spielt – insbesondere als Ort des Austauschs über Erlebtes, als Anlaufstelle bei Schlechtwetterlagen sowie zur fachlichen Beratung im Kontext des Wiederaufbaus. Auf einem Vision Board kam außerdem die Idee auf, ein digitales Lotsensystem für Begegnungsstätten im Ahrtal aufzubauen. Hierfür könnte die Abfrage von SOZIAHR eine wertvolle Datenbasis liefern.

Der zweite Teil des Workshops zielte darauf ab, aktuelle Herausforderungen von Begegnungsstätten tiefergehend zu analysieren und Ideen zu sammeln, wie ihre Situation künftig verbessert werden kann.

Ein Schwerpunkt lag dabei auf drei Themenbereichen, über die sich die Teilnehmenden in kleineren Arbeitsgruppen austauschten:

  1. Erfahrungs- und Best-Practice-Austausch der täglichen Arbeit
  2. Abgrenzung der Aufgaben- und Kompetenzbereiche und Kooperation
  3. Strukturelle Unterstützung für Begegnungsstätten

Auf Basis der in den Arbeitsgruppen gesammelten Ideen wurden sechs zentrale Ziele für die Förderung von Begegnungsstätten im Ahrtal formuliert:

  1. Langfristige und sichere Finanzierungsmodelle durch öffentliche Stellen
  2. Unternehmenskooperationen (z.B. Räumlichkeiten, Ehrenamtsförderung)
  3. Supervision und psychosoziale Beratung für Ehrenamtler*innen 
  4. Qualitätssicherung durch Fortbildungen, Evaluationen und Führungszeugnisse
  5. Klare Abgrenzung der Aufgaben- und Kompetenzbereiche von Begegnungsstätten
  6. Einrichtungsübergreifende Kooperation

Wir danken allen Teilnehmenden, die in dem rund dreieinhalbstündigen Workshop dazu beigetragen zu haben, den Wiederaufbau im Ahrtal sozialwissenschaftlich zu begleiten.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Forschungsprojekt „SOZIAHR“ der Universität Bonn, mit freundlicher Unterstützung durch das Kompetenznetzwerk „Wissenschaft für den Wiederaufbau“ (WfdW) und den Verein Zukunftsregion Ahr e.V.

Diese Mitteilung wurde von www.soziahr.uni-bonn.de übernommen.

Ausschnitt des Gallery Walks
Ausschnitt des Gallery Walks © Julia Noppeney
Austausch über aktuelle Herausforderungen von Begegnungsstätten
Austausch über aktuelle Herausforderungen von Begegnungsstätten © Julia Noppeney
Geographisches Institut der Universität Bonn
+49 228-73-5029
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