Das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge (DKKV) hat Fabian Flöck mit dem DKKV-Förderpreis 2026 ausgezeichnet. Prämiert wurde seine Masterarbeit „Animal Rescue in Disaster Response: Operational Resources for Bushfire and Flood Events in the Greater Sydney Region“, die er als Masterstudent am Geographischen Institut der Universität Bonn verfasste.
In seiner Arbeit untersucht er, welche operativen Ressourcen für die Tierrettung während Buschfeuern und Überschwemmungen im Großraum Sydney zur Verfügung stehen, wie sie eingesetzt werden und welche Herausforderungen dabei auftreten. Grundlage der Untersuchung ist ein qualitativer Multi-Methoden-Ansatz aus Expert*inneninterviews, Beobachtungen und Fotodokumentation. Dabei betrachtet er unterschiedliche Tierarten, Gefahrenlagen und räumliche Kontexte.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass die Priorisierung menschlichen Lebens, der eingeschränkte Zugang von Tierretter*innen zu Katastrophengebieten und eine teilweise fehlende koordinierte staatliche Führung die Tierrettung erschweren. Mit den Konzepten „Agony of Animal Rescue“ und „Animal Rescue Feasibility Bias“ entwickelt Fabian zudem zwei neue Ansätze zur Beschreibung zentraler Herausforderungen der Tierrettung im Katastrophenfall. Aus den Ergebnissen leitet er Empfehlungen für eine stärkere Integration des Tierschutzes in das Katastrophenmanagement ab.
Das Thema entwickelte sich aus seinem Schwerpunkt im Bereich Disaster Risk Management und seinem persönlichen Interesse an Natur- und Tierschutz. Während Praktika bei Animal-Rescue- und Forschungsorganisationen in Indonesien im Jahr 2024 beschäftigte ihn erstmals intensiver die Frage, was mit Tieren im Falle eines Naturereignisses geschieht. Über den Kontakt zu einer australischen Wissenschaftlerin führte ihn dieses Interesse schließlich für die Feldforschung nach Sydney.
Vor Ort führte er zahlreiche Interviews mit Akteur*innen aus dem Katastrophenschutz und der Tierrettung. Er nahm an zwei Workshops zur Rettung von Großtieren teil, begleitete die Arbeit einer mobilen Tierklinik und erhielt unter anderem Einblicke in die Ausrüstung und Arbeitsweisen von State Emergency Services, Fire and Rescue sowie National Parks and Wildlife Services. Am Sydney Environment Institute der University of Sydney konnte er während seines Forschungsaufenthalts zudem eng mit Wissenschaftlerinnen aus verwandten Forschungsfeldern zusammenarbeiten.
Fabian Flöck lebt mittlerweile in Australien. Wir gratulieren ihm herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung seiner Masterarbeit!