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27.07.2021

Geographische Expertise nach Hochwasserkatastrophe gefragt

Die Hochwasserkatastrophe vom 15. Juli hat zunächst die Rettung von Menschenleben und der Abwehr weiterer Gefahren durch Sicherungsmaßnahmen erfordert. Doch schon wenige Tagen nach dem Erkennen des immensen Ausmaßes der Katastrophe häuften sich die Fragen nach dem Warum: Warum so schlimm? Wäre das zu verhindern gewesen? Wie kann zukünftig mit solchen drohenden Ereignissen umgegangen werden?

Viele journalistische Anfragen erreichten die Universität, um Antworten aus der Wissenschaft zu bekommen. Auf der Expertenhomepage der Uni Bonn zur Hochwasserkatastrophe sind überwiegend Geographinnen und Geographen gelistet, weil die Geographie Antworten an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Gesellschaft findet. Denn eine Erkenntnis hat sich schnell verbreitet: Die Katastrophe ist die Folge eines Naturereignisses, an dem der Mensch nicht unbeteiligt zu sein scheint.

Jürgen Herget.jpgExtreme Hochwasser – auch der Ahr – sind in der Vergangenheit schon mehrfach beobachtet und nachgewiesen worden. Prof. Dr. Jürgen Herget und Dr. Thomas Roggenkamp vom GIUB untersuchen diese Thematik und sind wissenschaftliche Experten auf diesem Gebiet.Thomas Roggenkamp.jpg Sie erforschen die Entstehung und Dynamik von Hochwasser aus historischer Perspektive und das Verhältnis dieser Entwicklungen zu aktuellen Ereignissen. Nicht zuletzt deshalb sind sie zur Beurteilung und Einstufung der Situation in einen größeren zeitlichen Rahmen gefragt.

Starkregen und Hochwasser - Wie wir Städte an steigende Unwetter-Gefahren anpassen können (deutschlandfunk.de)

Hochwasserschutz in engen Tälern? Prof. Herget im Interview mit Deutschlandfunk

Die Unwetter in Deutschland: Ein Zusammenspiel von Wetterlage, Klimawandel und geografischen Eigenschaften der Region (Neue Zürcher Zeitung)

Michael Dietze.jpgIn die aktuellen Prozesse schaut Professurvertreter Dr. Michael Dietze vom GIUB. Er erforscht event-basierte Erdoberflächendynamik mithilfe von Umweltseismik und arbeitet daran, bessere Vorhersagen für Ereignisse wie Fluten, Massenbewegungen und meteorologische Extreme machen zu können. Dr. Dietze hat erste Stellungnahmen zur Massenbewegung in der Kiesgrube bei Blessem gegeben und sich mit Hilfe von Luftbildern einen ersten Eindruck verschafft.

Erftstadt: Massiver Erdrutsch durch Flut – Experte erklärt, wie es dazu kommen konnte (t-online.de)

Erftstadt-Blessem: Welche Rolle spielte vergrößerte Kiesgrube? | Kölner Stadt-Anzeiger (ksta.de)

Mariele Evers.jpgDen Blick in die Zukunft durch einen nachhaltigen Umgang mit Fließgewässern richtet Prof. Dr. Mariele Evers. Sie ist Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls für Mensch-Wasser-Systeme am GIUB. Professorin Evers arbeitet seit 20 Jahren zum nachhaltigen Hochwasser- und integrierten Flussgebietsmanagement in Deutschland und Europa und ist damit wichtige Beraterin für langfristige Planungen für alle Flussanrainer. Zudem ist sie eine gefragte Expertin im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages.

Ebenfalls den Blick voraus richtet Prof. Dr. Lothar Schrott. Er beschäftigt sich unter anderem mit Umweltsystemen, Naturgefahren und Risiken sowie mit Maßnahmen zum Katastrophenschutz.Lothar Schrott.jpg So leitet er auch den Masterstudiengang Katastrophenvorsorge und -management. Professor Schrott leitet aus der Frage „Welche Lehre können wir aus diese Katastrophe ziehen?“ sehr konkrete Maßnahmen und Programme ab. Dabei bezieht er sich einerseits auf explizite erweiterte Fragenkataloge in der Umweltsystemforschung und fordert andererseits einen koordinierten Methodenmix bei den Frühwarnsystemen und geht sogar so weit, dass er die Kinder- und Jugendbildung als Schlüssel zur effizienten Katastrophenvorsorge postuliert. Frühzeitige Bewusstseinsbildung für Risiken und Gefahren können spielerisch trainiert werden, so wie es Japan oder Neuseeland bereits vormachen.

Lehren aus Hochwasserkatastrophe: Warnungen mit Handlungsanweisungen verknüpfen (deutschlandfunk.de)

Debatte über eine Verbesserung der Katastrophenvorsorge – „Wir müssen besser werden mit unseren Warnungen“ (SWR2)

Lokalzeit Bonn: Studiogespräch mit Prof. Lothar Schrott

Wiederaufbau teils "nicht zu verantworten": Prof. Lothar Schrott im Interview (zdf.de)

Flutkatastrophe: Interview zum Katastrophenschutz und zum Wiederaufbau (ga.de)
Bildquellen: Jürgen Herget (Jürgen Herget), Thomas Roggenkamp (Thomas Roggenkamp), Michael Dietze (Michael Dietze), Mariele Evers (Friederike Pauk/GIUB), Lothar Schrott (Lothar Schrott)

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