Bonner Geographische Gesellschaft

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© BGG

Die Bonner Geographische Gesellschaft (1910 als Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde gegründet) ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Wichtigstes Ziel der BGG ist es, einer breiten, am Fach interessierten Öffentlichkeit Forschungsergebnisse der Geographie und Völkerkunde in problemorientierter und zugleich allgemeinverständlicher Weise nahezubringen.

Nachhaltigkeitspreis

Zum ersten Mal schreibt die Bonner Geographische Gesellschaft in diesem Jahr den Nachhaltigkeitspreis für Schulen aus. Bewerbungsfrist: 01.05.2022

Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist ein komplexer Prozess, der Akteure auf globaler und lokaler Ebene vor große Herausforderungen stellt. Das Fach Geographie beschäftigt sich sowohl mit den ökologischen, ökonomischen als auch den sozialen Bedingungen von mehr Nachhaltigkeit. Mit den Vortragsreihen der Bonner Geographischen Gesellschaft konnten wir in der Vergangenheit einen Ort schaffen, an dem Schüler*innen aus der Region einen Einblick in aktuelle geographische Forschung erhalten konnten. Wir sind aber überzeugt, dass auch an den Schulen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis schon jetzt Projekte, Initiativen und Arbeitsgruppen bestehen, die sich für mehr Nachhaltigkeit – lokal oder global – einsetzen. Mit dem Nachhaltigkeitspreis wollen wir genau hier ansetzen und Engagement für eine nachhaltige Entwicklung sichtbar machen und fördern. Als Geographische Gesellschaft wollen wir eine Plattform für den Austausch auf einer lokalen Ebene schaffen. Wir wollen das Engagement solcher Initiativen honorieren, die sich im lokalen, regionalen oder globalen Kontext für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft einsetzen.

Wer?

Arbeitsgruppen, Projekte oder Initiativen an Schulen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis
Antragstellung über die jeweiligen Lehrkräfte

Was?

Verschiedene Schwerpunkte sind möglich (z.B. Klimawandel, Energie, Aufwertung von Freiflächen, Mobilität, Ernährung oder Gerechtigkeit)
Zuordnung zu einem oder mehreren der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen

Wie?

Anmeldeformular
Standardisierte Projektbeschreibung
Kurzes Video (max. 2 Minuten)
Alle Bewerbungsunterlagen senden an: bgg@geographie.uni-bonn.de

Wann?

Bewerbungsfrist: 01.05.2022
Preisverleihung am 25.05.2022 im Alfred-Philippson-Hörsaal des Geographischen Instituts der Universität Bonn mit Rahmenprogramm

Aktuelles Programm

Pro Jahr werden sieben bis neun Vorträge von Fachwissenschaftlern zu allgemein- und regionalgeographischen sowie ethnologischen Themen angeboten. Zudem organisiert die Gesellschaft für ihre Mitglieder und interessierte Gäste Exkursionen und informiert über Angebote anderer Geographischer Gesellschaften in Deutschland.

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© Friederike Pauk/GIUB

Einladung zu den Vorträgen im Wintersemester 2022/2023 "Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit"

Die Vorträge der Reihe finden in Präsenz im Alfred-Philippson-Hörsaal des Geographischen Instituts statt.

Für Mitglieder der Bonner Geographischen Gesellschaft bieten wir in diesem Semester auch eine digitale Teilnahme über Zoom an. Hierfür bitten wir um eine kurze Nachricht per Email, wir schicken Ihnen dann die Zugangsdaten zu.

Mittwoch, 26.10.2022, 18 Uhr c.t.

Prekäres Wohnen – direkte Verdrängung aus Subjektperspektive

Dr. Miriam Meuth, Luzern

Der Brief von der Wohnungsverwaltung ist eingetroffen, oder man weiß von Nachbar*innen, dass erbald im eigenen Briefkasten liegt. Mit der Begründung, dass das gesamte Haus saniert oder abgerissenwerden soll, wird darin die baldige Kündigung des Mietverhältnisses ausgesprochen bzw. dasMietverhältnis in ein befristetes umgewandelt. Man ist früher oder später gezwungen aus derWohnung auszuziehen; für viele Mieter*innen stellt sich dies auch als ein Druck dar, das Quartier zuverlassen, um überhaupt eine neue, für sie bezahlbare Wohnung zu finden. Gegen diese Form direkterVerdrängung im Spannungsfeld von Praktiken der ‚Leerkündigungen‘ in der Schweiz, Verdichtung nachinnen, baulicher Aufwertung und angespannter Wohnungsmärkte, können sich die Mieter*innenunter den aktuellen Bedingungen des Mietrechts nur bedingt wehren.Im Zentrum des Vortrags stehen die Perspektiven und das subjektive Erleben der betroffenenMieter*innen sowie ihre jeweiligen Formen und Strategien des Umgangs mit einem so erzeugtenWohnungsverlust. Der Vortrag basiert auf einer qualitativen Verdrängungsstudie ausSubjektperspektive, die es vermag, sowohl die individuellen, biografischen undlebenslaufdifferenzierten Wahrnehmungen und das Erleben aufzuzeigen, als auch die verstecktenStrategien von renditeorientierten, institutionellen Investor*innen und Wohnungsverwalter*innensichtbar zu machen, die das Ziel verfolgen, Gebäude möglichst ohne Widerstand von Mieter*innen zubefreien. Dadurch werden letztere fremdbestimmt zu Entmieteten undVerdrängten.Der Vortrag eröffnet Einblicke in ein zentrales Thema prekären Wohnens, direkte Verdrängung vonMieter*innen im Kontext von baulicher Aufwertung und Verdichtung nach Innen.


Mittwoch, 23.11.2022, 18 Uhr c.t.

Verwertung, Verfall, Verdrängung: Legale und städtische Geographien der Verantwortung(slosigkeit) für Wohnraum

Prof. Dr. Hanna Hilbrandt, Zürich

Im Zuge eines jahrzehntelangen Kreislaufs aus spekulativer Verschuldung, Desinvestitionen undGebäudeverfall evakuierte die Stadt Dortmund im Jahr 2017 den Wohnkomplex Hannibal II. Während 753 Mietende ohne vorherige Ankündigung ihr Zuhause verloren, endete der Prozesse für die Eigentümerin ohne größeren finanziellen Schaden und weitergehenden Schuldzuspruch. Diese Dynamiken von Wohnungsspekulation und Verdrängung sind für die gegenwärtige, globalePrekarisierung des Mietens beispielhaft und werfen drängende Fragen nach der Verantwortung für Wohneigentum auf: Wie ist solche Verantwortungslosigkeit legal, praktisch und sozial organisiert? Undwie lässt sich ein anderer Verantwortungsbegriff denken? Die Sozialverpflichtung für Wohneigentum ist vielerorts legal festgeschrieben, in Deutschland etwa in Artikel 14.2 des Grundgesetzes, nach dem „Eigentum verpflichtet“. Angesichts der Verpflichtungenbörsen notierter Wohnungsunternehmen gegenüber ihren Aktionären und den Machtunterschieden zwischen den beteiligten Parteien, lässt sich diese Verantwortung im Alltag von Wohnungsbehördenund Mietenden jedoch kaum nutzbar machen. Im Vortrag zeige ich auf, wie die Eigentümerin des Hannibals ihre Verantwortung für den Gebäudekomplex systematisch negieren oder an Stadt und Mietende weitergeben konnte. Zudem frage ich mit Hilfe feministischer und dekolonialer Debatten inder Geographie, wie sich ein Verantwortungsbegriff für Wohnraum, der auf strukturelle Ungerechtigkeit fokussiert, radikal neu denken lässt

 
Mittwoch 18.01.2022, 18 Uhr c.t.

Visuelle Geographien der Obdach- und Wohnungslosigkeit

Dr. Katharina Schmidt, Hamburg

Obdach-und Wohnungslosigkeit beschreibt ein global-urbanes Verhältnis. Über dieses wird häufigentlang der Trennung zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit diskutiert. Meist steht dabei ein Blickvon außen auf Obdachlosigkeit als sogenanntessichtbarstes Phänomen urbaner Armutim Fokus. DerVortrag geht auf historische und aktuelle sowie lokale und globale Sichtverhältnisse von Obdach-undWohnungslosigkeit in urbanen Kontexten ein. Aus intersektionaler Perspektive wird unter anderemdie Rolle der Fotografie, aber auch die der Kartographie in der Produktion von sichtbaren undunsichtbaren Geographien der Obdach-und Wohnungslosigkeitherausgestellt. Im Anschluss hieranwerden dezidiert fotografische Blicke sowie verkörperte Kartographien von Menschen in Situationender Obdach-und Wohnungslosigkeit vorgestellt und diskutiert. Der Vortrag lädt dazu ein, eigeneSichtweisen, Perspektivenund Sehgewohnheiten im Kontext urbaner Obdach-und Wohnungslosigkeitzu hinterfragen.


Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft kann bei der Geschäftsstelle der Bonner Geographischen Gesellschaft e.V. erworben werden. Hier sind auch die jeweils gültigen Veranstaltungsprogramme erhältlich.
 
Jährlicher Mitgliedsbeitrag

15,00 EURO für Vollmitglieder
  6,50 EURO für studentische Mitglieder

Eintritt an der Abendkasse

freier Eintritt für alle Mitglieder der Gesellschaft
freier Eintritt für angemeldete Schulklassen und begleitende Lehrkräfte
  2,00 EURO für Studierende
  3,00 EURO für Nichtmitglieder

Schulklassen können Sie entweder per Mail (bgg@geographie.uni-bonn.de) oder telefonisch (+49 228 73-7516) anmelden.


Beitrittserklärung

Wenn Sie der Bonner Geographischen Gesellschaft beitreten möchten, füllen Sie bitte die Beitrittserklärung aus und schicken diese an folgende Adresse:

BONNER GEOGRAPHSICHE GESELLSCHAFT e.V.
Geographisches Institut der Universität Bonn
Meckenheimer Allee 166
53115 Bonn

Die Beitrittserklärung können Sie als pdf Datei unter folgendem Link herunterladen:

Beitrittserklärung BGG (238 KB)

Einwilligung zur Datenschutzerklärung der BGG e.V. für die Verwendung von Mitgliederdaten nach der neue EU-Datenschutzverordnung (69 KB)


Neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)

Ab dem 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft.            

Datenschutzerklärung der BGG e.V. (104 KB)


Bonner Geographische Gesellschaft e.V.

Meckenheimer Allee 166

53115 Bonn

+49 228 73-7516

Vorstand

Vorsitzende: Prof. Dr. Nadine Marquardt
Stellvertretender Vorsitzender: Arnulf Marquardt-Kuron
Geschäftsführerin: Dr. Julia Poerting
Beisitzer: Dr. Hans Baumgarten, Dr. Marcus Mogk

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