Im Jahr 2027 wird der Deutsche Kongress für Geographie (dkg’27) nach 30 Jahren wieder in Bonn tagen. Vom 13. bis 17. September 2027 kommt die deutschsprachige Geographie unter dem Motto „Kritische Zonen“ auf dem Campus Poppelsdorf zusammen.
In „Kritischen Zonen“ verdichten sich komplexe Prozesse, Konflikte und Widersprüche – hier werden entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. In den Erdsystemwissenschaften ist die „Kritische Zone“ zu einem Schlüsselbegriff geworden und bezeichnet die dünne Schicht an der Erdoberfläche, in der zahlreiche lebenswichtige Prozesse ablaufen und in der die Folgen menschlicher Umweltveränderungen besonders deutlich zutage treten. Zugleich lassen sich auch gesellschaftliche Verwerfungen als kritische Zonen begreifen. Sie können jedoch nicht nur Orte der Krise, sondern auch Räume der Transformation sein, in denen Machtverhältnisse herausgefordert und alternative gesellschaftliche Entwicklungen möglich werden. Das Motto bietet damit vielfältige Anknüpfungspunkte für die unterschiedlichen Perspektiven der Geographie.
Auch die Planungen für das Programm nehmen zunehmend Gestalt an. In der Kongresswoche wird es verschiedene Thementage geben, darunter den Tag der Angewandten Geographie und den Tag der Schulgeographie. Den Auftakt des dkg’27 bildet am Montag der Tag der Jungen Geographie, der den Jungen Kongress für Geographie (JKG) und den dkg’27 miteinander verbindet. Der Kongress lädt zudem ausdrücklich dazu ein, den Dialog zwischen Humangeographie und Physischer Geographie zu intensivieren. Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geomorphologie (DGGM) wird deshalb in den dkg’27 integriert und erhält am Mittwoch einen eigenen Schwerpunkttag.
An den Hauptkongresstagen finden am Vor- und Nachmittag wissenschaftliche Sessions statt. Die Mittagszeit ist für Keynotes reserviert, unter anderem von Suzanne Anderson (USA), Laura Pereira (Südafrika) und Holger Stark (Bestseller-Autor und Journalist der ZEIT-Chefredaktion). Ergänzt wird das Vortrags- und Diskussionsprogramm durch Lectures und Exkursionen, diese werden in unterschiedlichen Formaten angeboten – von kurzen Spaziergängen und Besichtigungen in Bonn bis hin zu Halb- und Tagesexkursionen.
Die nächsten Termine zur Programmgestaltung
Mit dem Call for Sessions beginnt im Herbst 2026 die nächste wichtige Phase der inhaltlichen Programmgestaltung. Die geographische Community ist eingeladen, sich mit eigenen Vorschlägen aktiv am Programm des dkg’27 zu beteiligen. Anschließend folgt Anfang 2027 die Einreichungsphase für Vorträge und Poster.
Die kommenden Termine im Überblick:
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15. September bis 1. November 2026: Einreichung von Vorschlägen für Sessions
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bis 23. Dezember 2026: Begutachtung der Sessionvorschläge durch den Ortsausschuss
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15. Januar bis 28. Februar 2027: Einreichung von Vortragsangeboten und Postervorschlägen
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bis 21. März 2027: Begutachtung der Vortragsvorschläge durch die Sitzungsleitungen
Um möglichst vielen Personen eine aktive Teilnahme am Kongress zu ermöglichen, ist die Anzahl der Rollen für einzelne Teilnehmende begrenzt: Jede Person kann maximal einmal als Sitzungsleitung und maximal einmal als Vortragende*r auftreten. Die Posterausstellung wird unabhängig von den wissenschaftlichen Sessions organisiert.
Neben dem fachlichen Programm soll der dkg’27 vor allem auch Raum für Begegnung, Austausch und Vernetzung bieten. Dafür sind verschiedene Abendveranstaltungen und informelle Begegnungsformate geplant. Auch der zentrale Campusplatz in Poppelsdorf soll während des Kongresses zu einem Ort des Austauschs werden: Pavillons und Sitzmöglichkeiten schaffen Raum für spontane Gespräche, Pausen und Begegnungen zwischen den Programmpunkten.
Neue Website zum dkg’27 ist online
Ab sofort ist auch die offizielle Website des dkg’27 online. Dort werden fortlaufend aktuelle Informationen zum Programm, zu Einreichungen und Fristen, Thementagen, Exkursionen sowie zum Tagungsort und zur Organisation veröffentlicht.