Die Veranstaltung wurde von Dr. Juliane Dame (Geographisches Institut) in Kooperation mit Prof. Dr. Ina Danquah (Hertz-Professur Innovation for Planetary Health, Universität Bonn) unter Mitwirkung von Isabel Naguib (Verbraucherzentrale NRW e.V.) und Dr. Darya Hirsch (Bio-Stadt Bonn, Amt für Umwelt und Stadtgrün, Bundesstadt Bonn) organisiert und von der TRA6 “Sustainable Futures” gefördert.
Die rege Teilnahme mit über 50 Mitwirkenden und Interessierten aus der Universität, im Themenfeld engagierten Akteur*innen sowie Personen aus der Stadtgesellschaft hat bestätigt, dass das Thema einer urbanen Ernährungstransformation in Bonn relevant ist. Immer mehr Städte, darunter auch Bonn, integrieren nachhaltige Ernährung in ihre Strategien – etwa im Rahmen von Klimaanpassungs- und Klimaneutralitätsplänen oder über Netzwerke wie das Netzwerk der Bio-Städte. Vor dem Hintergrund aktueller Krisen und knapper kommunaler Ressourcen ergeben sich zugleich zentrale Herausforderungen, die eine transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis erfordern. Eine entscheidende Frage dabei ist, wie die Transformation städtischer Ernährungssysteme realisierbar sein kann: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Ernährungstransformation zu erreichen, und welche Herausforderungen müssen überwunden werden?
Am Vormittag boten fünf Impulsvorträge aus Wissenschaft und Praxis interessante Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und konkrete Themenfelder und gaben damit wichtige Impulse für den Austausch am Nachmittag. Prof. Dr. Ina Danquah (Universität Bonn) diskutierte nachhaltige Ernährung als möglichen Lösungsansatz im Kontext von Klimaschutz und Klimaanpassung. Frank Waskow (Verbraucherzentrale NRW e.V.) stellte die Relevanz von regionalen und pflanzlichen Lebensmitteln im nachhaltigen Ernährungssystem vor. Dr. Miriam Trübner (Universität Mainz) befasste sich mit nachhaltiger Ernährung und sozialer Differenzierung aus einer soziologischen Perspektive und bot damit interessante Anknüpfungspunkte für den Vortrag von Dr. Simone Schiller-Merkens (Universität Witten-Herdecke) und Jörn Hamacher (Ernährungsrat Köln und Umgebung e.V.), die das Thema Ernährungsgerechtigkeit und Bürger*innenbeteiligung in Transformationsprozessen behandelten. Dr. Gesa Maschkowski (Bundeszentrum für Ernährung) erläuterte schließlich das Transformationspotential von Ernährungsinitiativen.
Am Nachmittag standen in unterschiedlichen interaktiven Formaten Austausch und Dialog im Vordergrund. In einem World Café wurden Ideen geteilt, Bedarfe identifiziert und gemeinsam diskutiert. Auch die Mittags- und Kaffeepausen trugen zur Vernetzung und zum Austausch zwischen Universität und Praxis bei. Abgerundet wurde der Tag durch eine Podiumsdiskussion mit integrierten Expert*innen-Sessions. Dr. Gesa Maschkowski (Bundeszentrum für Ernährung BZfE), Christine Pflüger (Büro für lokale Nachhaltigkeit, Bundesstadt Bonn), Bernd Schmitz (Hanfer Hof) und Lisa-Marie Hagels (LiMa’s fairpackte Welt) griffen die Überlegungen aus dem World Café auf und richteten den Blick auf Zukunftsperspektiven für Bonn.