27. Mai 2026

Paper zur Dekolonisierung der Institutsgeschichte im Journal of Historical Geography erschienen Paper zur Dekolonisierung der Institutsgeschichte im Journal of Historical Geography erschienen

Das Paper „Reframing disciplinary memory“ dokumentiert den partizipativen Prozess zur kritischen Aufarbeitung kolonialer Kontinuitäten am Geographischen Institut der Universität Bonn. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie institutionelle Erinnerungskultur im Kontext von Dekolonisierung neu ausgehandelt werden kann.

Neugestaltete Carl-Troll-Station 2025
Neugestaltete Carl-Troll-Station 2025 © Anna Schoch-Baumann
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Zum 150-jährigen Jubiläum des Instituts wurde im Sommer 2025 eine neu gestaltete Informationsstation eingeweiht. Sie ist das Ergebnis eines zweijährigen partizipativen Prozesses zur kritischen Reflexion des institutionellen Erbes – angestoßen durch den Protest des studentischen Kollektivs KritGeo, das eine Offenlegung der kolonialen Verstrickungen zentraler Figuren der Institutsgeschichte sowie eine Auseinandersetzung mit bis heute fortwirkenden strukturellen Kontinuitäten einforderte.

Dieser Prozess wird nun im Paper „Reframing disciplinary memory: A participatory reckoning with colonial legacies in geography at the University of Bonn" im Journal of Historical Geography dokumentiert und reflektiert. Es zeigt auf, wie Studierende und Lehrende in Workshops, Podiumsdiskussionen und offenen Beteiligungsformaten um eine neue Form institutioneller Erinnerungskultur gerungen haben – und wie dabei divergierende Perspektiven auf Geschichte und Verantwortung sichtbar wurden. Im Zentrum steht die Frage, wie eine Institution mit ihrem historischen Erbe umgeht, dessen Deutung keineswegs konsensfähig ist. Das Paper macht dabei deutlich, dass Dekolonisierung kein abschließbares Projekt mit eindeutigen Ergebnissen darstellt, sondern einen fortlaufenden, spannungsreichen Aushandlungsprozess – der mit der Einweihung der neuen Station nicht beendet, sondern gewissermaßen erst eröffnet wurde.

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