09. Mai 2026

Partizipative Workshops in Namibia und Angola stärken klimaresilientes Wassermanagement im südlichen Afrika Partizipative Workshops in Namibia und Angola stärken klimaresilientes Wassermanagement im südlichen Afrika

Im Rahmen des Co-HYDIM-SA-Projekts führten Prof. Dr. Mariele Evers und Dr. Pınar Pamukçu Albers im April 2026 partizipative Stakeholder-Workshops in Namibia und Angola durch. Gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren wurden Hochwasser- und Dürrerisiken im Cuvelai–Cunene-Einzugsgebiet diskutiert sowie Anforderungen an ein hydro-meteorologisches Frühwarn- und Informationssystem erarbeitet. Die Workshops leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung klimaresilienter Strategien für nachhaltiges Wassermanagement im südlichen Afrika.

Angola Workshop
Angola Workshop © Pinar Pamukçu-Albers
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

Im April 2026 führten Prof. Dr. Mariele Evers und Dr. Pınar Pamukçu Albers von der Forschungsgruppe für Ecohydrologie und Wasserressourcenmanagement an der Universität Bonn zwei partizipative Stakeholder-Workshops in Oshakati, Namibia und Santa Clara, Angola durch. Die Workshops fanden im Rahmen des Co-HYDIM-SA-Projekts innerhalb des Programms „Water Security in Africa“ (WASA) in Zusammenarbeit mit der Cuvelai Watercourse Commission (CUVECOM) statt und brachten lokale Expertinnen und Experten, Praktikerinnen und Praktiker sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinschaften zusammen, um gemeinsam Dürre- und Hochwasserrisiken in den Cuvelai–Cunene-Einzugsgebieten zu bewerten.

Das südliche Afrika ist zunehmend von Klimavariabilität betroffen, wobei wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen erhebliche Herausforderungen für die Wassersicherheit, Ernährungssysteme und Lebensgrundlagen darstellen. In der Cuvelai–Cunene-Region verstärken stark schwankende Niederschläge, ephemere Flusssysteme (Iishana) sowie rasche sozioökonomische Veränderungen diese Risiken zusätzlich. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert integrierte Ansätze, die wissenschaftliche Daten mit lokalem Wissen und den Perspektiven relevanter Akteure verbinden.

Daher sind gezielte Informationen zu Wetter und Klima – und vor allem zuverlässige Vorhersagen zu potenziellen Hochwasser- und Dürreereignissen – von größter Bedeutung. Das ist das zentrale Ziel des Co-Hydim-SA Projektes, das vom BMBFTR für vier Jahre gefördert wird. Ein Informations- Frühwarnsystem mit saisonalen und subsaisonalen Vorhersagen wird durch das internationale Konsortium entwickelt. Bei den Informationssystemen kommt es jedoch nicht nur auf genaue Vorhersagen an; auch die Art der Informationen und das Format, in dem sie bereitgestellt werden, sind entscheidend, um sich auf Extreme vorzubereiten und eine möglichst nachhaltige Wasserbewirtschaftung für die Menschen in der Region zu gewährleisten.

Genau das war das Thema und Ziel zweier Workshops in dem transnatinalen Einzugsbegites des Cunene-Cuvelai-Flusssystems in Angola und Namibia. Die Workshops bildeten einen zentralen Bestandteil eines partizipativen Multi-Kriterien-Entscheidungsrahmens (MCDM) zur Risikobewertung. Die Teilnehmenden beteiligten sich aktiv an der Identifizierung, Diskussion und Priorisierung von Indikatoren in den Bereichen Gefährdung, Exposition und Vulnerabilität. Dieser Prozess stellt sicher, dass die Bewertung lokale Gegebenheiten, Bedürfnisse und Entscheidungsprozesse widerspiegelt.

Während der Workshop in Oshakati den Schwerpunkt auf Herausforderungen im Zusammenhang mit wiederkehrenden Überschwemmungen und Entwässerungsinfrastruktur legte, wurden in Santa Clara insbesondere die Auswirkungen von Dürren, die Sensitivität von Lebensgrundlagen sowie die Bedeutung des Wassermanagements hervorgehoben. An beiden Standorten betonten die Beteiligten die Notwendigkeit verbesserter Frühwarnsysteme, eines besseren Zugangs zu Daten sowie einer stärkeren institutionellen Koordination. Im Rahmen des Workshops in Angola wurde zudem eine Exkursion nach Ondjiva durchgeführt, um vor Ort umgesetzte Hochwasserschutzmaßnahmen und Infrastrukturen zur Verringerung von Überschwemmungsfolgen zu besichtigen und zu diskutieren.

Die Ergebnisse dieser Workshops tragen direkt zur gemeinsamen Entwicklung des hydro-meteorologischen Frühwarn- und Informationssystems CUVEWIS bei, das eine klimaresiliente Wassergovernance in der Region unterstützen soll. Durch die Integration räumlicher Daten, lokalen Wissens und der Prioritäten relevanter Akteure entwickelt das Projekt Werkzeuge, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praxisnah sind.

Mit diesen Workshops unternimmt das Co-HYDIM-SA-Projekt einen wichtigen Schritt hin zur Entwicklung umsetzbarer, lokal verankerter Strategien für ein nachhaltiges Wassermanagement im südlichen Afrika und leistet damit einen Beitrag zu übergeordneten regionalen und globalen Bemühungen im Bereich Klimaanpassung und Wassersicherheit.

Angola Workshop
Angola Workshop © Pinar Pamukçu-Albers
Angola fieldtrip
Angola fieldtrip © Pinar Pamukçu-Albers
Namibia workshop
Namibia workshop © Pinar Pamukçu-Albers
Namibia workshop
Namibia workshop © Pinar Pamukçu-Albers

Projektleitung: Prof. Dr. Mariele Evers (Universität Bonn) 

Projektbearbeitung: Dr. Pınar Pamukçu Albers (Universität Bonn) 

Projektkonsortium:

  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (Sprecher des Konsortiums: Prof. Dr. Andreas H. Fink) 
  • alitiq GmbH, Dinkelscherben
  • Deutscher Wetterdienst, Offenbach
  • Goethe Universität Frankfurt, Institut für Physische Geographie, Frankfurt a. M.
  • Internationales Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC), Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz
  • Universität Bonn, Geographisches Institut, Bonn
  • Botswana International University of Science and Technology, Palapye, Botswana
  • Water Utilities Cooperation (WUC), Gaborone, Botswana
  • Cuvelai Watercourse Commission (CUVECOM), Oshakati, Namibia
  • University of Namibia, Windhoek, Namibia
  • Stellenbosch University, Stellenbosch, Südafrika

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR); 1.05.2024 – 30.04.2028 

https://www.watersecurityafrica.org/cooperation-projects/co-hydim-sa/

AG Ökohydrologie und Wasserressourcenmanagement 
+49 228 73-3365
Wird geladen