Bonner Geographische Gesellschaft

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© BGG

Die Bonner Geographische Gesellschaft - kurz BGG - (1910 als Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde gegründet) ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Wichtigstes Ziel der BGG ist es, einer breiten, am Fach interessierten Öffentlichkeit Forschungsergebnisse der Geographie und Völkerkunde in problemorientierter und zugleich allgemeinverständlicher Weise nahezubringen.

Aktuelles Programm

Pro Jahr werden sieben bis neun Vorträge von Fachwissenschaftler*innen zu allgemein- und regionalgeographischen sowie ethnologischen Themen angeboten. Zudem organisiert die Gesellschaft für ihre Mitglieder und interessierte Gäste Exkursionen und informiert über Angebote anderer Geographischer Gesellschaften in Deutschland.

Studierende sitzen auf den Bänken im Hörsaal
© Friederike Pauk/GIUB

Einladung zu den Vorträgen im Sommersemester 2026 "Geographische Gesundheitsforschung"

Die Vorträge der Reihe finden in Präsenz im Alfred-Philippson-Hörsaal des Geographischen Instituts statt.

Für Mitglieder der Bonner Geographischen Gesellschaft bieten wir in diesem Semester auch eine digitale Teilnahme über Zoom an. Hierfür bitten wir um eine kurze Nachricht per Email, wir schicken Ihnen dann die Zugangsdaten zu.

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15.04.2026 | 12:15 Uhr 

Gesundheit, Krankheit und Raum – Gesundheitsgeographie in Bonn 

Dr. Timo Falkenberg, Prof. Dr. med. Thomas Kistemann (GeoHealth Centre) und Apl. Prof. Dr. Carsten Butsch (Geographisches Institut Universität Bonn)

Die Lunch Lecture bietet einen Einstieg in die Themenreihe der Bonner Geographischen Gesellschaft. Die Referenten geben  einen Überblick über drei Stränge der Geographischen Gesundheitsforschung: Krankheitsökologie, Gesundheitssystemforschung und postmedizinische Geographie der Gesundheit. Diese Teilgebiete nehmen unterschiedliche Aspekte des Zusammenhangs von Gesundheit, Krankheit und Raum in den Blick. Die Inhalte werden mit Ergebnissen aus den vielfältigen Projekten der Vortragenden veranschaulicht, unter anderem anhand der Untersuchung eines Krankheitsausbruchs in Rengsdorf, einer Analyse des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen in Pune, Indien und eines Projekts zu positiven und negativen Auswirkungen urbanen Grüns. 


06.05.2026 | 17:15 Uhr

Das Drittel Geographie in der Epidemiologie – Geographische Aspekte ausgewählter Infektionskrankheiten

Dr. Christina Frank (RKI) 

Die Epidemiologie beschäftigt sich mit dem Auftreten von Krankheiten in der Bevölkerung. Typischerweise werden dabei Daten zum Krankheitsauftreten in den Dimensionen Zeit (Wann treten die Erkrankungen auf?), Ort (Wo treten sie auf?) und Person (Wer ist betroffen?) betrachtet und analysiert. Mindestens beim Aspekt Ort zeigt sich die deutliche Überlappung zwischen Epidemiologie und Geographie. Auch Epidemiologen kartieren und nutzen GIS. Gerade auf dem Bereich der Infektionskrankheiten können geographische Datenanalysen wichtige Werkzeuge bei der Generierung von Hypothesen zur Krankheitsursache sein. Bezüglich Zoonosen, also Infektionen, die zwischen Tieren und Menschen hin und her übertragen werden können, sind Einflussfaktoren des Auftretens dieser Krankheiten häufig extrem multifaktoriell (u.a. Vorkommen von Reservoir- und/oder Vektor-Tieren, Klima, Schnittstellen zwischen Natur und menschlichen Aktivitäten) und erfordern komplexe Analysen des Raums. Der Vortrag exploriert die Schnittmenge zwischen Epidemiologie und Geographie anhand von Beispielen.


10.06.2026 | 17:15 Uhr 

Räumliche Erreichbarkeit im Gesundheitswesen

Dr. Sebastian Rauch (Universität Erlangen-Nürnberg) 

Gesundheitssystemforschung untersucht, wie Gesundheit und Versorgung in das Zusammenspiel von Gesellschaft und Umwelt eingebettet sind und wie sich Strukturen und Prozesse des Gesundheitswesens beschreiben, analysieren und bewerten lassen. Der Vortrag greift hier eine spezifische Perspektive auf und rückt räumliche Erreichbarkeit als multidimensionales Konzept in den Mittelpunkt. Erreichbarkeit beschreibt dabei mehr als Distanz, sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Wegzeiten, Mobilitätsoptionen, infrastrukturellen Rahmenbedingungen, individueller Voraussetzungen und Angebotsstrukturen. Dabei werden zentrale methodische Zugänge zur Analyse räumlicher Erreichbarkeit kurz eingeordnet. An der Schnittstelle zur Versorgungsforschung wird gezeigt, wie Erreichbarkeit Versorgungsrealitäten prägt und welche Bedeutung sie für die Planung und Steuerung im Gesundheitssystem hat. Ein weiterer Fokus liegt auf Fragen räumlicher Gerechtigkeit und darauf, wie räumliche Ungleichheiten sichtbar gemacht, verglichen und eingeordnet werden können. Abschließend wird diskutiert, welche Konsequenzen unterschiedliche Erreichbarkeitsmuster für Versorgungspfade und Versorgungslücken haben.


17.06.2026 | 17:15 Uhr 

Lebendige Verflechtungen auf dem Planeten Erde - zwischen Erdsystemforschung und traditionellen Kosmologien 

PD Dr. Klaus Geiselhart (Universität Erlangen-Nürnberg) 

Das Konzept der Planetaren Gesundheit beschreibt die Erde als dynamisches Beziehungsgefüge. Ausgangspunkt ist die moderne Erdsystemforschung, die seit der Formulierung der Gaia-Hypothese durch James Lovelock die Erde als ein komplexes, selbstregulierendes System versteht. In dieser Perspektive erscheinen Klima, Ozeane, Böden und Lebewesen nicht als getrennte Einheiten, sondern als eng miteinander verflochten. Dies ist keine radikal neue Sichtweise, denn seit je her haben indigene und traditionelle Gruppen die Erde als lebendiges Gegenüber begriffen – als beseeltes, relationales Ganzes, in dem Menschen, Tiere, Pflanzen und Elemente in wechselseitiger Verantwortung stehen. Derartige Kosmologien beschreiben keine „Umwelt“, die dem Menschen äußerlich wäre, sondern ein Netzwerk lebendiger Beziehungen, in das der Mensch eingebettet ist. Der Vortrag stellt diese Konvergenz naturwissenschaftlicher Modelle und traditioneller Wissensformen dar. Dabei geht es nicht um eine Romantisierung indigener Perspektiven oder eine Spiritualisierung der Naturwissenschaft, sondern um die gemeinsame Suche nach tragfähigen Narrativen im Zeitalter planetarer Krisen. Die großen ökologischen Herausforderungen verlangen ein Denken in Verflechtungen. Indem Erdsystemforschung und traditionelle Kosmologien als unterschiedliche, aber potenziell komplementäre Weisen des Weltverstehens ernst genommen werden, eröffnet sich ein vertieftes Verständnis unserer Rolle auf der Erde – nicht als getrennte Beobachter, sondern als mitwirkende Teilnehmende eines lebendigen planetaren Ganzen.


Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft kann bei der Geschäftsstelle der Bonner Geographischen Gesellschaft e.V. erworben werden. Hier sind auch die jeweils gültigen Veranstaltungsprogramme erhältlich.
 
Jährlicher Mitgliedsbeitrag

15,00 EURO für Vollmitglieder
  6,50 EURO für studentische Mitglieder

Schulklassen können Sie entweder per Mail (bgg@uni-bonn.de) oder telefonisch (+49 228 73-5395) anmelden.


Beitrittserklärung

Wenn Sie der Bonner Geographischen Gesellschaft beitreten möchten, füllen Sie bitte die Beitrittserklärung aus und schicken diese an folgende Adresse:

BONNER GEOGRAPHSICHE GESELLSCHAFT e.V.
Geographisches Institut der Universität Bonn
Meckenheimer Allee 166
53115 Bonn

Die Beitrittserklärung können Sie als pdf Datei unter folgendem Link herunterladen:

Beitrittserklärung BGG (238 KB)

Einwilligung zur Datenschutzerklärung der BGG e.V. für die Verwendung von Mitgliederdaten nach der neue EU-Datenschutzverordnung (69 KB)


Neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)

Ab dem 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft.            

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Bonner Geographische Gesellschaft e.V.

Meckenheimer Allee 166

53115 Bonn

Vorstand

Vorsitzende: Prof. Dr. Lisa Schipper
Stellvertretender Vorsitzender: Arnulf Marquardt-Kuron
Geschäftsführer: Dr. Marcus Mogk
Beisitzer: Dr. Hans Baumgarten, Dr. Tobit Nauheim

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