Arbeitsgruppe Marquardt

Dr. Sarah Klosterkamp

Übersicht über Forschungsschwerpunkte, Lebenslauf sowie Forschungsprojekte und Publikationen von Dr. Sarah Klosterkamp.

Forschungsschwerpunkte

  • Sozialgeographische Analysen prekärer Wohnungsformen, Armut und Ungleichheit (insb. im Kontext von Entmietung, Verdrängung und Zwangsräumungen)

  • Geographien des Rechts/ Legal Geographies

  • Gerichtsprozesse als Untersuchungsgegenstand der Politischen Geographie 

  • Feministische Methoden & Methodologien

  • Feminist Geopolitics

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Dr. Sarah Klosterkamp

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

0.051 (135)

Meckenheimer Allee 166

53115 Bonn

+49 228 73-7234


Einblicke in Lehrprojekte

Einen Einblick in die Ergebnisse des Methodenpraktikums im Sommersemester 2021 finden Sie unter folgendem Link: lernlabor-visualstorymaps.info


Sprechstunde

Die Sprechstunde findet Mittwochs von 11:00 bis 12:30 Uhr (digital und in Präsenz) statt. Bitte buchen Sie unter diesem Link einen Termin.


Lebenslauf

Sarah Klosterkamp ist seit Oktober 2020 Teil der Arbeitsgruppe Sozialgeographie am Geographischen Institut der Universität Bonn. Sie arbeite zuvor am Institut für Geographie der Universität Münster (2015-2020) und hier an ihrer Dissertation zu Geographien der Gefahrenabwehr im Kontext von Staatsschutzprozessen gegen deutsche Syrien-Rückkehrer*innen und syrische Geflüchtete. In ihrem neuen Projekt als PostDoc beschäftigt sie sich mit verschiedenen Formen städtischen Verdrängungsprozessen und Entmietung, ausgelöst und unterstützt durch das Instrument der Räumungsklagen. Darüber hinaus interessiert sie sich für Fragen feministischer Methoden und Methodologien sowie neue Formen der Datenvisualisierung und Story Mapping. Seit Dezember 2019 ist sie Sprecherin des deutschsprachigen Arbeitskreises „Feministische Geographien“, seit April 2022 Vize-Chair der Legal Geography Speciality Group in den USA. Für das Geographische Institut der Universität Bonn koordiniert sie u.a. das Projekt "StartStudy". Ziel des Projektes ist es durch die Vermittlung wichtiger Informationen und Kompetenzen die Zugangs- und Erfolgschancen von Geflüchteten an deutschen Universitäten zu erhöhen.

seit 10/2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Sozialgeographie (Prof. Nadine Marquardt) am Geographischen Institut der Universität Bonn

01/2019-12/2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Drittmittelprojekt: "Geographische Raum- und Identitätskonstruktionen im Kontext des islamistischen Terrorismus - Eine politisch-geographische Analyse deutscher Staatsschutzverfahren im Zusammenhang mit dem syrischen Bürgerkrieg" (gefödert durch Fritz Thyssen Stiftung, Förderkennzeichen: 10.08.2.008SO) (Leitung: Prof. Paul Reuber)

06/2015-12/2018: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Politische Geographie/ Sozialgeographie (Prof. Paul Reuber)

10/2012-09/2015: Studium der Politikwissenschaften mit dem Profil "Konstitution und Zerfall politischer Ordnung in grenzüberschreitender Perspektive" mit dem Nebenfächern Sozialwissenschaften und Philosophie, Universität Leipzig - Abschluss: Master of Arts (Politikwissenschaft, Note 1,1)

10/2006-09/2012: Studium der Geographie und Germanistik mit dem Nebenfächern Erziehungs- und Politikwissenschaft, Universität Münster - Abschluss: 2-Fach-Bachelor (Deutsch & Geographie, Note: 1,7) sowie Master of Education (Geographie & Germanistik, Note 1,1)

06/2022: Gastdozentur am Institut für Geographie und Raumforschung an der Universität Graz, Österreich (gefördert durch Erasmus+ Programm)

03/2019-04/2019: Auslands- und Forschungsaufenthalt in New York, Washington DC und Austin, USA (gefördert durch das Graduate Center der WWU)

03/2018: Gastaufenthalt am Feminist Geography Collective an der University of Texas at Austin, USA (gefördert durch das Graduate Center der WWU)

08/2014-12/2014: Auslandssemester am College of Liberal Arts and Social Science der University of Houston, USA (gefördert durch PROMOS)

09/2009-10/2009: Aufenthalt an der National Mirzo Ulug`bek University Taschkent, Usbekistan (gefördert durch den DAAD)


Akademische Netzwerke, Engagement und Mitgliedschaften


Gremienerfahrung

Seit 04/2022: Mitglied bei der Fachgruppe Erdwissenschaften der Universität Bonn

Seit 10/2021: Mitglied des Prüfungsausschusses (Master of Science) des Geographischen Instituts der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

10/2018-09/2020: Mitglied der Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs des Fachbereichs Geowissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

10/2016-09/2020: Mitglied des Fachbereichsrates Geowissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster für die Statusgruppe des akademischen Mittelbaus


Publikationen

Klosterkamp, S., Pichl, M., & T. Petzold (2022): Rechtskämpfe und Ressourcen des Rechts aus geographischer  Perspektive. Geographische Zeitschrift, 110(4), [ahead of print].

Klosterkamp, S. (2021): Security, Mobility, and the Body – Syrian insurgent groups’ infrastructures and their geopolitical contestations through/by/in Legal Institutions. Political Geography, 84, 102301. doi: 10.1016/j.polgeo.2020.102301

Klosterkamp, S., Pichl, M., & T. Petzold: „Rechtskämpfe und Ressourcen des Rechts aus geographischer Perspektive.“ Geographische Zeitschrift [ahead of print].

Klosterkamp, S. (2022): Affectual Intensities: Toward a Politics of Listening in Court Ethnography. Gender, Place and Culture [online first]. doi: 10.1080/0966369X.2022.2089096

Klosterkamp, S. (2022): Unpacking the 'global' and the 'intimate' of anti-terrorism trials, Gender, Place & Culture, [online first], doi: 10.1080/0966369X.2022.2064835

Klosterkamp, S. (2021): Geographien des Ein- und Ausschlusses: Strafvollzug und Prozesse im Kontext der Aufarbeitung von Beteiligungshandlungen im syrischen Bürgerkrieg. Geographica Helvetica, 76(2), S. 205-209.doi: 10.5194/gh-76-205-2021

Klosterkamp, S. (2020): Security, Mobility, and the Body – Syrian insurgent groups’ infrastructures and their geopolitical contestations through/by/in Legal Institutions. Political Geography, 84 [online first]. doi: 10.1016/j.polgeo.2020.102301

Faria, C., Klosterkamp, S., Torres, R. & J. Walenta J (2020): Embodied exhibits: Towards a feminist geographic courtroom ethnography. Annals of the American Association of Geographers, 110(4), S.1095-1113. doi: 10.1080/24694452.2019.1680233

Klosterkamp, S. & P. Reuber (2017): ‚Im Namen der Sicherheit' - Staatsschutzprozesse als Orte politisch-geographischer Forschung, dargestellt an Beispielen aus Prozessen gegen Kämpfer und UnterstützerInnen der Terrororganisation ‚Islamischer Staat'. Geographica Helvetica, 72 (3), S. 255-269. doi: 10.5194/gh-72-255-2017

Fraeser, N., Klosterkamp, S., Kühn J., Kuschinski, E. und T. Martens (2017): ‚We take the risk of hope'. Überlegungen zu akademischer (Reproduktions-)Arbeit im Anschluss an das Vernetzungstreffen ‚Feministische Geographien' in Hamburg. sub\urban. Zeitschrift für kritische Stadtforschung, 5 (3), S. 137-146. doi: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-201711249185

Flower, L. & S. Klosterkamp (Hrsg) (2023): Courtroom Ethnography: Exploring contemporary approaches, fieldworks and challenges. London: Palgrave [in preparation, contract signed].

Klosterkamp, S. & T. Petzold (Hrsg) (2023): Recht und Gerechtigkeit aus geographischer Perspektive. Special Issue, Geographische Zeitschrift (111/1) [ahead of print].                              

Klosterkamp, S. & T. Petzold (Hrsg) (2022): Recht und Gerechtigkeit aus geographischer Perspektive. Special Issue, Geographische Zeitschrift (110/4) [ahead of print].

Klosterkamp, S. (Hrsg.) (2022): Mietklagen, Nachbarschaftskonflikte und Laienrichter*innen - auf Spurensuche global-intimer Geographien der Justiz. Feministische GeoRundmail, 90. 

Klosterkamp, S. (2021): Politische Geographien staatlicher Gefahrenabwehr - Eine Analyse von Staatsschutzprozessen im Kontext des Syrienkriegs. Dissertationsschrift, ULB Münster, Münster.

Autor*innenkollektiv Geographie & Geschlecht (2021): Handbuch Feministische Geographien. Arbeitsweisen und Konzepte. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Klosterkamp, S. & A. Vorbrugg (Hrsg.) (2020): Feminist research practice in geography: Snapshots, reflections and concepts. Feministische GeoRundmail, 83. Online abrufbar hier.

Klosterkamp, S. & E. Militz (Hrsg.) (2018): Feministische Politische Geographie. Feministische GeoRundmail, 75. Online abrufbar hier.

Flower, L. & S. Klosterkamp (Hrsg) (2023): Courtroom Ethnography: Exploring contemporary approaches, fieldworks and challenges. London: Palgrave [in preparation, contract signed].

Klosterkamp, S. & T. Petzold (Hrsg) (2023): Recht und Gerechtigkeit aus geographischer Perspektive. Special Issue, Geographische Zeitschrift (111/1) [ahead of print].                              

Klosterkamp, S. & T. Petzold (Hrsg) (2022): Recht und Gerechtigkeit aus geographischer Perspektive. Special Issue, Geographische Zeitschrift (110/4) [ahead of print].

Klosterkamp, S. (Hrsg.) (2022): Mietklagen, Nachbarschaftskonflikte und Laienrichter*innen - auf Spurensuche global-intimer Geographien der Justiz. Feministische GeoRundmail, 90. 

Klosterkamp, S. (2021): Politische Geographien staatlicher Gefahrenabwehr - Eine Analyse von Staatsschutzprozessen im Kontext des Syrienkriegs. Dissertationsschrift, ULB Münster, Münster.

Autor*innenkollektiv Geographie & Geschlecht (2021): Handbuch Feministische Geographien. Arbeitsweisen und Konzepte. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Klosterkamp, S. & A. Vorbrugg (Hrsg.) (2020): Feminist research practice in geography: Snapshots, reflections and concepts. Feministische GeoRundmail, 83. Online abrufbar hier.

Klosterkamp, S. & E. Militz (Hrsg.) (2018): Feministische Politische Geographie. Feministische GeoRundmail, 75. Online abrufbar hier.

Mürlebach, M., Fraeser, N., Golke, J., Isselstein, E., Klosterkamp, S., Lorenzen, K. & A. Vogelpohl (2017): Von Reflexivität, Unplanbarkeit und Kollektivität im Forschungsprozess: Lasst uns die Unzulänglichkeiten der eigenen Arbeit solidarisch besprechen! Feministische GeoRundmail, 72, S. 22-24. Online abrufbar hier.

Gezer, Ö., Klosterkamp, S. & T. Neshitov: „Mami, schick mal Geld". DER SPIEGEL, 23/2021, S. 60-68. Online abrufbar hier

Inhaltsübersicht und Relevanz:
Was macht es mit Eltern, wenn ihre Kinder zu IS-Terrorist:innen werden? Sarah Klosterkamp besuchte sechs Jahre lang Prozesse gegen Syrien-Rückkehrer:innen und wertete sie für ihre Doktorarbeit aus. Der Fall von Familie S. stach aus der Masse heraus, weil zum ersten Mal Eltern auf der Anklagebank saßen, die ihre Kinder im Krieg unterstützten. Sie halfen ihnen Waffen und Ausrüstungsgegenstände für den „Islamischen Staat“ in Syrien zu beschaffen, wo die beiden hohe Funktionen innehatten. Zusammen mit den SPIEGEL-Reporter:innen Özlem Gezer und Timofey Neshitov sichtete Klosterkamp fast 60.000 Seiten Akten. Das Team las Vernehmungen und Abhörprotokolle, wertete Gutachten und Kontoauszüge aus, um das System nachzeichnen zu können, das zu dieser Anklage geführt hatte. Viele Stunden saßen sie im Wohnzimmer des Vaters in Köln und sprachen mit ihm. Er zeigte ihnen seine Tagebücher, Familienfotos, Mails und Nachrichten, die ihm seine Söhne geschrieben hatten, Fotos und Videos von seinem Besuch in Syrien. Das Team recherchierte auch im Umkreis der Familie, besuchte eine ehemalige Arbeitgeberin und einen Kölner Rentner, der die Mutter inzwischen adoptiert hatte. Das Team traf dabei fast nur auf Gesprächspartner:innen, die sich keiner Schuld bewusst waren.


Gezer, Ö.; Haidar, A. & S. Klosterkamp: „Der Vater der Wölfe". DER SPIEGEL, 32/2017, S. 58-63. Online abrufbar hier

Inhaltsübersicht und Relevanz:
Abo Dieb reist 2015 als einer von hunderttausenden syrischen Geflüchteten nach Deutschland ein. Er wird der Stadt Münster zugewiesen und lebt dort einige Zeit. Dann stellt sich heraus: Er soll in Syrien Menschen gefoltert und getötet haben – Menschen wie Abo Abdo. Einige Monate später sitzt ein deutscher Richter vor ihnen und versucht zu verstehen, was in diesem fernen Krieg passiert ist, den diese beiden Männer mitgebracht haben, in das von ihnen gelobte Europa, in seinen Gerichtssaal. Die Geschichte dieser beiden Syrer ist eine Geschichte, die es schon immer in jedem Krieg gegeben hat, in Ruanda, im Kongo, in Jugoslawien, im Dritten Reich, wo Täter und Opfer auf denselben Wegen und in dieselben Länder flohen. Dennoch wurden Kriegsverbrechen in den letzten Jahrzehnten nur selten vor Gericht verhandelt, weil Beweise schwer zu beschaffen oder Opfer nicht zu finden sind. Diese Geschichte ist die erste große Dokumentation über Kriegsverbrechen, die sich in den letzten Jahren in Syrien ereignet haben und nun auch in Deutschland Gegenstand von Gerichtsverfahren sind. Özlem Gezer, Asia Haidar und Sarah Klosterkamp begaben sich auf eine Reise quer durch Europa für diese Geschichte. Sie sichteten 36.000 abgehörte Telefongespräche und mehr als 20.000 Seiten Ermittlungsakten und Gerichtsprotokolle. Diese Materialien zeigen, dass es in diesem Kontext keine eindeutigen Täter und Opfer gibt, sondern dass die Grenzen fließend sind.


Eigene eingeworbene Drittmittel, Stipendien & Auszeichnungen

06/2022-05/2024: Argelander Starter Kit Research Grant (B) für "Geographien sozialer Ungleichheit am Beispiel von Räumungsklagen" der Universität Bonn (Fördervolumen: 23.900 €)

06/2022: Erasmus Teaching Mobility, Universität Graz, Österreich (gefördert durch Erasmus+, Fördervolumen: 2.471 €)

04/2019: Auszeichnung mit dem "Graduate Student Paper Award" durch die Legal Geography Speciality Group (LGSG) der American Association of Geographers (AAG) in Washington D.C. (100 Dollar)

03/2019-04/2019: Auslands- und Forschungsaufenthalt in New York, Washington D.C. und Austin, USA (gefördert durch das Graduate Center der WWU Münster, Fördervolumen: 4.832 €)

09/2018: Reisekostenzuschuss für Konferenzteilnahme an der RGS-IBG in Cardiff (gefördert durch das Frauenförderprogramm der WWU Münster, Fördervolumen: 1.123,45 €)

04/2018: Nominierung für die Nannen-Preis Shortlist für "Der Vater der Wölfe" (DER SPIEGEL 32/2017) (gemeinsam mit Ö. Gezer & A. Haider)

03/2018: Gastaufenthalt am Feminist Geography Collective, University of Texas at Austin, USA (gefördert durch das Graduate Center der WWU Münster, Fördervolumen: 3.841 €)

08/2014-12/2014: Auslandsemester an der University of Houston, USA (DAAD, gefördert durch PROMOS)

09/2009-10/2009: Gastaufenthalt an der National Mirzo Ulug'bek University Taschkent, Usbekistan (gefördert durch den DAAD, Fördervolumen: 1.400 €)

11/2012: Auszeichnung des Fachbereichs Geowissenschaften der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster aufgrund "hervorragender Prüfungsleistungen" und der Masterarbeit zum Thema "Armutsdarstellungen in Bildungsmedien" (500 €) 

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