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Risiko

Risiko ist ein Leitbegriff in der Gesellschaft und der Wissenschaft. Soziale und ökologische Veränderungen werden bestehende Umweltrisiken weiter verschärfen. Eine Folge werden neue Konfliktkonstellationen sein, die von degradierten Ökosystemen bis zu erodierenden gesellschaftlichen Ordnungen und der Überforderung von Governancestrukturen reichen.

Der Fokus des Profilschwerpunkts „Risiko“ liegt auf natürlichen Risiken, wobei sowohl Extremereignisse (Hazards) wie auch schleichende Risiken betrachtet werden. Das Spektrum der untersuchten Risiken umfasst wasserbezogene Risiken (Stürme, Fluten und Dürre), die Degradation von Georessourcen und den Verlust von Ökosystemfunktionen, Risiken der Ernährungssituation sowie die durch Umweltveränderungen und Risikosituationen ausgelöste Migration.

Das Geographische Institut kann auf eine langjährige Risikoforschung in einer Vielzahl von Projekten zurückblicken. Diese werden von unterschiedlichen Förderinstitutionen unterstützt: unter anderem von DFG, BMBF, EU und Land NRW. Sie beschäftigen sich mit Hochwasser (Wiederkehrwahrscheinlichkeiten, Ausweisung von Überschwemmungsflächen), Staudammbrüchen, Hangrutschungen, Lawinen, Murgängen und Felsstürzen. Auch gesellschaftliche Anforderungen an das Risikomanagement in der Raumplanung werden untersucht; ebenso wie Gesundheitsrisiken, insbesondere HIV/AIDS, und Fragen der Ernährungssicherheit, vor allem in Entwicklungsländern. Der Fokus liegt je nach Projekt auf der physisch-geographischen Prozessforschung, auf der sozial- und kulturwissenschaftlichen Humangeographie oder auf der Schnittstelle von beiden.

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Die Risikoforschung am Geographischen Institut ist sowohl mit anderen Fächern an der Universität Bonn vernetzt, wie auch mit anderen in der Region ABC/J ansässigen Institutionen. Das Institut  engagiert sich als Gründungsmitglied im Hochwasser-Kompetenz-Centrum Köln; es bestehen Kooperationen mit dem Deutschen Komitee für Katastrophenvorsorge (DKKV), mit der United Nations University (UNU-EHS), den in Bonn beheimateten UN-Einrichtung (UNW-DPC, UNCCD, UNFCCC) und Instituten der Partneruniversitäten in Aachen und Köln sowie des Forschungszentrums Jülich.

Der Profilschwerpunkt „Risiko“ spiegelt sich durch vielfältige Veranstaltungen in der Lehre wider. Die Themen umfassen sowohl physisch-geographische und humangeographische wie auch integrierende Ansätze. Risiko wird in zahlreichen Seminaren, Praktika, Projekten und Exkursionen behandelt. Darüber hinaus ist das Geographische Institut am Master-Weiterbildungsstudiengang „KaVoMa“ (Katastrophenvorsorge / Katastrophenmanagement) maßgeblich beteiligt.

Zum Ausbau des Risikoschwerpunktes sind Projekte vorgesehen, die integrative Ansätze der Risikoforschung weiterentwickeln sollen. Dabei wird eine Intensivierung der Kooperation innerhalb der Universität und mit den benachbarten Institutionen angestrebt. Auf den bisherigen Schwerpunktregionen Deutschland, Europa, Afrika sowie Süd- und Südostasien kann aufgebaut werden; eine Ausweitung auf weitere Untersuchungsräume in neuen Projekten ist vorgesehen.

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