Sie sind hier: Startseite Forschung Arbeitsgruppen Arbeitsgruppe Klagge Research

Research

Forschungsschwerpunkte

Geographische Energieforschung

Finanzgeographie und Kapitalismusentwicklung

Geographische Migrationsforschung

Globaler Wandel in wirtschaftsgeographischer Perspektive 

Armut und Segregation

Stadt- und Regionalforschung

 


Geographische Energieforschung

Energie spielt in unserer technologieorientierten Dienstleistungsgesellschaft eine zentrale Rolle und ist als physikalisches Phänomen seit jeher Untersuchungsgegenstand technisch-naturwissenschaftlicher Fachdisziplinen. Als sozialwissenschaftliches Untersuchungsobjekt wurde der Themenkomplex Energie dahingegen bislang seltener berücksichtigt, obwohl die unterschiedlichen Formen der Energieerzeugung und -versorgung schon immer Einfluss auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen hatten. Aufgrund aktueller Transformationsprozesse in der Energiewirtschaft (Liberalisierung, Deregulierung, Privatisierung, Förderung erneuerbarer Energien) rücken diesbezügliche Fragestellungen zunehmend auch in den Fokus der Sozialwissenschaften. Für die Wirtschaftsgeographie als Querschnittsdisziplin sind hierbei vor allem die räumlichen Strukturen und Implikationen von Interesse. Im Forschungsschwerpunkt „Geographische Energieforschung“ setzen wir uns mit Fragestellungen im Spannungsfeld privatwirtschaftlicher, zivilgesellschaftlicher und hoheitlicher Interessen auseinander. Dabei untersuchen wir sozioökonomische Strukturen und Prozesse entlang energiewirtschaftlicher Wertschöpfungsketten und auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen. Zentrale Forschungsgegenstände bilden:

  • Veränderte, dezentrale Standortmuster durch neue Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und ihre Auswirkungen auf regionale Wirtschaftszusammenhänge
  • Flächenkonkurrenzen und Nutzungskonflikte bei der Verwendung unterschiedlicher Primärenergieträger
  • Die Rolle institutioneller Rahmenbedingungen für Energieerzeugung und -versorgung sowie für die Entwicklung vorgelagerter Industrien
  • Die Restrukturierung und Internationalisierung von Wertschöpfungsketten und ihren Governance-Strukturen in der Energiewirtschaft und in neuen Branchen wie z.B. der Windindustrie

 Zur konzeptionellen Erfassung der von uns behandelten Themen nehmen wir eine akteurzentriert-institutionelle Perspektive ein. Wir untersuchen energiewirtschaftliche Entwicklungen zum einen als Prozesse zwischen beteiligten und betroffenen Akteu-ren aus den Bereichen Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung. Zum anderen fokussieren wir auf die Wechselwirkungen zwischen Akteuren und institutionellen Bedingungen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen (Mehrebenenperspektive). Das Forschungsfeld „Geographische Energieforschung“ bietet eine Plattform für die überregionale Vernetzung mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis.

   zurück


Finanzgeographie und Kapitalismusentwicklung

Die Finanzgeographie ist noch ein sehr junges Teilgebiet der Wirtschaftsgeographie. In der aktuellen Krise mit ihren komplexen territorialen und Mehrebenen-Zusammenhängen bekommen geographische Perspektiven auf Finanzierung und ihre Risiken eine besondere Relevanz. Eine für unsere Forschung wichtige Frage ist, wie Nationalstaaten und andere öffentliche Akteure Finanzbeziehungen und damit Wirtschaftsentwicklung beeinflussen (können) bzw. inwieweit sie selbst vom Finanzsektor abhängig sind. Wichtige Impulse hierzu stammen aus der vergleichenden Kapitalismusforschung und der Debatte über Finanzialisierung, also über Transformationsprozesse, in deren Verlauf Finanzmärkte und -akteure eine wachsende Bedeutung für die sozioökonomische Entwicklung erlangen.

 zurück


Geographische Migrationsforschung

In der interdisziplinären Migrationsforschung nimmt die Geographie eine zentrale Position ein. Ihre klassische Aufgabe besteht in der raumbezogenen Beschreibung und Analyse von Wanderungsprozessen und ihren Folgen. Die wirtschaftsgeographische Perspektive erweitert dieses Aufgabenfeld unter anderem um Fragen nach der sozioökonomischen Bedeutung internationaler Arbeitskräftemobilität im globalen Zeitalter. Die aktuellen Forschungen der Arbeitsgruppe beschäftigen sich insbesondere mit Migrationsprozessen Hochqualifizierter und deren Bedeutung für eine wissensbasierte Regionalentwicklung.

 zurück


Globaler Wandel in wirtschaftsgeographischer Perspektive

Zwar wird global change in der Literatur überwiegend mit globalen Umweltveränderungen assoziiert, für ihr Verständnis zentral sind jedoch das Handeln der Menschen und insbesondere die Veränderungen wirtschaftlicher, vor allem weltwirtschaftlicher Zusammenhänge. In wirtschaftsgeographischer Perspektive besonders interessant sind aktuell die Veränderungen weltweiter Produktionsstrukturen, Steuerungs- und Finanzbeziehungen, die im Aufstieg der Schwellenländer bzw. emerging economies zum Ausdruck kommen.

 zurück 


Armut und Segregation

Armut ist sowohl in globaler als auch in nationaler und regionaler Perspektive ein prägendes Merkmal heutiger Gesellschaften. Allerdings unterscheiden sich die Ausprägungen von Armut, vor allem zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Armut in einem Entwicklungsland bedeutet oftmals eine gravierende und eventuell sogar lebensbedrohliche Unterversorgung in verschiedenen elementaren Lebensbereichen, z. B. Ernährung, Wohnen und Gesundheit. In Industrieländern geht es dagegen weniger um das schlichte Überleben als vielmehr um einen deutlich unterdurchschnittlichen Lebensstandard und eingeschränkte Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe. Finanzielle Aspekte stellen eine zentrale Größe für die Abgrenzung von Armut dar, sind aber keineswegs ausreichend, um Armut umfassend zu beschreiben und zu analysieren. In der Armutsforschung wird daher zwischen verschiedenen Armutsdefinitionen und -konzepten unterschieden, deren Eignung für wissenschaftliche Untersuchungen vom jeweiligen Erkenntnisinteresse und dem gesellschaftlichen Kontext abhängt.

Aus geographischer Perspektive sind vor allem räumliche Disparitäten der Armut interessant. In der Arbeitsgruppe stellen regionale Disparitäten und die innerstädtische (Armuts-) Segregation sowie ihre Bestimmungsgründe und Auswirkungen auf die Chance zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wichtige Untersuchungsgegenstände dar. Im Fokus stehen dabei auch stadtteilbezogene Maßnahmen und Projekte, die dazu beitragen sollen, die Lebensbedingungen in so genannten benachteiligten Quartieren zu verbessern. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass räumliche Disparitäten der Armut auf den unterschiedlichen Maßstabsebenen einen guten Ansatzpunkt bilden, um die komplexen Ursachen von Armut besser zu verstehen und Politikansätze zu ihrer Bekämpfung zu entwickeln.

 zurück


Stadt- und Regionalforschung

Stadt und Region sind zentrale Bezugspunkte des menschlichen Handelns und der gesellschaftlichen Entwicklung. Für die geographische, also auf räumliche Disparitäten fokussierende Analyse wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Strukturen und Prozesse stellen sie eine unentbehrliche Querschnittsperspektive dar. Im Forschungsschwerpunkt Stadt und Region verknüpfen wir lokale und regionale mit übergeordneten Betrachtungsweisen (Mehrebenenanalyse), um aktuelle Themen wie den wirtschaftlichen Wandel, sozioökonomische Polarisierungsprozesse sowie neue Governancestrukturen zu untersuchen. Zentrale Forschungsgegenstände bilden dabei intra- und interregionale Netzwerke, die Entstehung und Mobilität von Wissen sowie die Rolle von Agglomeration und Urbanität für die wirtschaftliche Stadt- und Regionalentwicklung.

 zurück


 

Artikelaktionen