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Veranstaltung Postwachstumsökonomie mit Apl. Prof. Dr. Niko Paech und Bonner Initiativen

AG Wirtschaftsgeographie als Mitveranstalterin

Rund 450 Besucher_innen folgten am 5. Oktober der Einladung zur Veranstaltung „Postwachstumsökonomie – Wohlstand ohne Wachstum in einer endlichen Welt, die von Dr. Sören Becker vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bonn, Germanwatch, „Bonn im Wandel“ und der Regionalwert AG vorbereitet wurde. Diese erlebten einen Skype-Vortrag von apl. Prof Dr. Niko Paech (Universität Siegen) und eine Vorstellung verschiedener Bonner Initiativen.

Niko Paech ist Volkswirt und lehrt im Master-Studiengang „Plurale Ökonomik“ an der Universität Siegen. Herr Prof. Paech gab in seinem Vortrag einen Einblick in sein akademisches Projekt, ein ökonomisches Modell einer Postwachstumsökonomie zu entwickeln. Dieses folgt der Logik einer Reduktion von industrieller Produktion und Konsum als Antwort auf Klimawandel und Ressourcenverbrauch. Dabei kritisierte er sowohl die Grenzen von wachstumsbasierten Lösungsvorschlägen im Rahmen einer „Green Economy“ als auch eine überhitzte Konsumkultur. Diesen setzte er Ansätze der Suffizienz und Subsistenz entgegen. Insbesondere durch Reparieren von Konsumgütern, regionale Wertschöpfungsketten und Selbstversorgung durch „Prosumenten“ sollen der Anteil von klimaschädlicher Industrieproduktion verringert  und die ökologischen Schäden einer wachstumsbasierten Wirtschaftsweise vermieden werden.

Anschließend an seinen Vortrag stellten sich verschiedene praktische Initiativen aus dem Raum Bonn vor, die auf verschiedenen räumlichen Ebenen versuchen, Ansätze von Postwachstum in die Tat umzusetzen. Dazu gehören Germanwatch mit einer nachhaltigkeitsorientierten Bildungsarbeit und durch Dialog mit verschiedenen Stakeholdern aus Politik und Wirtschaft, die Regionalwert AG, die am Aufbau regionaler Kreisläufe für landwirtschaftliche Produkte arbeitet, sowie die Transition-Initiative „Bonn im Wandel“ und das Netzwerk „Recht auf Stadt“. In der abschließenden Diskussion wurden Fragen des transformativen Potentials von kleineren Postwachstums-Initiativen und den möglichen Umgang mit sozialen Ungleichheiten thematisiert. Für die Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie war die Veranstaltung Teil eines Dialogprozesses mit Bonner Organisationen und Initiativen zu den Themen Transformationen zur Nachhaltigkeit und alternatives Wirtschaften in Bonn.

 

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