Sie sind hier: Startseite Forschung Arbeitsgruppen Arbeitsgruppe Marquardt Forschung

Forschung

 

Forschungsschwerpunkte

Geographien des Wohnens

Stadtgeographie

Mensch-Umwelt-Forschung

Sozial- & kulturtheoretische Debatten

 

Geographien des Wohnens

Unsere Forschung zu Geographien des Wohnens setzt sich gegenwärtig mit dem Wohnraum als Schauplatz technologischen Wandels und Knotenpunkt in Infrastrukturnetzwerken auseinander und fragt danach, wie sich der Wohnalltag durch die Ausstattung moderner Wohnräume mit informations- und kommunikationstechnischen Kapazitäten verändert. Wir vollziehen nach, mit welchen programmatischen Zielsetzungen die Digitalisierung des Wohnens in sogenannten smart homes verknüpft wird und wie Wohnräume so zu einem Bestandteil von Governance-Projekten werden, die unterschiedliche gesellschaftliche Probleme adressieren (etwa im Kontext der Energiewende oder des demographischen Wandels).

 

Publikationen zu Wohnen und Technik

Wohnraum als Schauplatz technologischen Wandels

  • Marquardt, Nadine (in Vorbereitung/2019): Die Technik des Wohnens. In: Eckard, F. und Meier, S. (Hg.) Handbuch Wohnsoziologie: Prozesse, Räume und Kontexte des Wohnens. Berlin: Springer.
  • Marquardt, Nadine (2019): Oikopolitik. Wohn-Experimente in smart homes zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Geographische Zeitschrift 106(4), 212-237.
  • Marquardt, Nadine (2018): Digital assistierter Wohnalltag im smart home. Zwischen Care, Kontrolle und vernetzter Selbstermächtigung. In: Bauriedl, S. und Strüver, A. (Hg.) Smart City - Kritische Perspektiven auf die Digitalisierung in Städten. Bielefeld: transcript. 285-297.
  • Folkers, Andreas; Marquardt, Nadine (2018): Die Verschränkung von Umwelt und Wohnwelt. Grüne smart homes aus der Perspektive der pluralen Sphärologie. Geographica Helvetica 73, 79-93.

 

zurück

Stadtgeographie

Im Bereich Stadtgeographie fokussiert unsere Forschung insbesondere auf Phänomene sozialer Ungleichheit, Exklusion und urbaner Marginalität. Themen, mit denen wir uns hier beschäftigen sind Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit, städtische Sicherheitspolitik und soziale Kontrolle im öffentlichen Raum sowie neoliberale Stadtentwicklung. Ein Fokus richtet sich dabei insbesondere auf urbane Bio- und Technopolitik und die Frage, welche Rolle Infrastrukturen bei der Produktion sozialer Beziehungen, der Aufrechterhaltung oder Infragestellung von Macht- und Ungleichheitsverhältnissen sowie der Herstellung von Sicht- und Unsichtbarkeiten in der Stadt zukommt. Ein weiterer Fokus liegt auf Fragen der Nahrung und Ernährung in der Stadt. Hierbei interessieren wir uns für den Zusammenhang von sozioökonomischem Status und Zugang zu frischen und gesunden Lebensmitteln. Ein Fokus liegt auf alternativen, lokalen Nahrungssystemen.

Forschungsprojekt zu städtischer Armut und Wohnungslosigkeit

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Forschungsprojekt im Rahmen des Projektverbunds „Neuordnungen des Städtischen im neoliberalen Zeitalter“ (Laufzeit 2010-2013)

wohnungslosigkeit

Das Forschungsprojekt untersucht, welche Kontinuitäten und Verschiebungen sich in den gegenwärtigen, vermeintlich neoliberalen Gouvernementalitäten der Wohnungslosigkeit finden lassen. Es zeichnet nach, wie sich das städtische Regieren von Wohnungslosigkeit in einem Feld von veränderten stadtentwicklungspolitischen Dynamiken, neueren Sozialreformen und lokal gewachsenen Kräfteverhältnissen konkret vollzieht. Entwickelt wird ein Zugriff, der nicht die marginalisierte Gruppe der Wohnungslosen selbst zum Thema macht, sondern vielmehr das komplexe Netz der Regierungsweisen der Wohnungslosigkeit – das sowohl repressive und fürsorgliche Sozialpolitiken als auch die Selbsttechniken der Wohnungslosen umfasst – in den Mittelpunkt rückt.

Publikationen zu städtischer Armut und Wohnungslosigkeit

  • Lim, Il-Tschung; Loick, Daniel; Marquardt, Nadine; Trautmann, Felix (2017): Delinquenzmilieu. Armut und Gefängnis am Beispiel der Ersatzfreiheitsstrafe. WestEnd. Zeitschrift des Frankfurter Instituts für Sozialforschung 2, 124-139.
  • Marquardt, Nadine (2017): Zonen infrastruktureller Entkopplung. Urbane Prekarität und soziotechnische Verknüpfungen im öffentlichen Raum. In: Flitner, M., Lossau, J. und Müller, A. (Hg.): Infrastrukturen der Stadt. Wiesbaden: VS Verlag,  89-104.
  • Marquardt, Nadine; Folkers, Andreas (2016): Tents. In: Salter, M. (Hg.) Making Things International II: Catalysts and Reactions. Minneapolis: University of Minnesota Press. 63-78.
  • Marquardt, Nadine (2016): Learning to feel at home. Governing homelessness and the politics of affect. Emotion, Space and Society 19, 29-36.
  • Marquardt; Nadine (2016): Counting the Countless. Statistics on homelessness and the spatial ontology of political numbers. Environment and Planning D: Society and Space 34(2), 301-318.
  • Marquardt, Nadine (2015): Das Regieren von Emotionen in Räumen des betreuten Wohnens. Geographica Helvetica 70(1), 175-184.
  • Marquardt, Nadine (2013): Räume der Fürsorge. Regieren der Wohnungslosigkeit im betreuten Wohnen. Geographische Zeitschrift 101(3/4), 148-165.
  • Marquardt, Nadine; Folkers, Andreas (2012): Zelt. In: Marquardt, N.; Schreiber, V. (Hg.) Ortsregister. Ein Glossar zu Räumen der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 300-305.

 

Forschungsprojekt zu Sozialpolitik auf Quartiersebene

Förderprogramm „Frauen- und Genderforschung“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main, mit Verena Schreiber (Laufzeit 2010-2012)

Das Forschungsprojekt untersucht, wie geschlechtlich-kulturelle Differenz durch neue sozialpolitische Programme auf Quartiersebene produziert und gleichzeitig zur Grundlage wie auch zum Problem von „Integration“ erklärt wird. Empirisch fokussiert das Projekt auf das „Stadtteilmütter“-Programm in Berlin-Neukölln, um die (Re)Produktion geschlechtlich-kultureller Differenz als zentralen Effekt sozial-integrativer und kriminalpräventiver Programme auf Quartiersebene nachzuzeichnen. Theoretisch-konzeptionell greift die Forschung auf Ansätze der Intersektionalität zurück.

Publikationen zu Sozialpolitik auf Quartiersebene

  • Schreiber, Verena; Marquardt, Nadine (2016): Zwischen Aneignung und Abwehr. Städtische Integrationspolitik im Blick ihrer Adressat_innen. Geographische Zeitschrift 104. 239-265.
  • Marquardt, Nadine; Schreiber, Verena (2015): Mothering urban space, governing migrant women: the construction of intersectional positions in area-based interventions in Berlin. Urban Geography 36(1), 44-63.
  • Marquardt, Nadine; Schreiber, Verena (2014): Intersektionalität und Geographie: Fortsetzung einer disziplinären Debatte. Themenheft Feministische Geo-Rundmail 60.

 

Forschungsprojekt zu Nahrung und Ernährung in der Stadt

Nahrung und Ernährung in der Stadt

In ihrem Forschungsprojekt zu Biolandwirtschaft in Pakistan und Lehrforschungen zu landwirtschaftlichen Entwicklungen im Rhein-Neckar-Raum betrachtet Julia Poerting das Thema Nahrung und Ernährung in der Stadt aus zwei Perspektiven. Zum einen geht es um die Bedeutung und Gestaltung von lokalen Nahrungssystemen und zum anderen um den ungleichen Zugang zu bestimmten Lebensmitteln in Städten.

Vor dem Hintergrund einer global rapide wachsenden städtischen Bevölkerung ist urbane Landwirtschaft in den vergangenen Jahren in den Fokus sozialwissenschaftlicher Forschung gerückt, die sich mit Nahrung und Ernährung in der Stadt beschäftigt. Städte werden nicht mehr nur als Ort des Konsums, sondern auch als Orte der Produktion von Lebensmitteln verstanden. Eine Vielzahl empirischer Studien deutet auf die Bedeutung urbaner Landwirtschaft für die Versorgung ärmerer Stadtbewohner hin (s. z.B. Premat 2012 zu Havana, Hamilton et al 2014 für einen Überblick). Hierbei geht es vor allem um Küchengärten, Gemüseanbau auf Dachterrassen und andere kleinräumige Anbauformen. Gleichzeitig haben sich vor dem Hintergrund der Allgegenwärtigkeit des Nachhaltigkeitsparadigmas und einer zunehmenden Fetischisierung des Lokalen in der Lebensmittelproduktion vor allem in Westeuropa und der USA verschiedenste Formen der urbanen Landwirtschaft entwickelt. Hierzu zählen Guerilla Gardening, Gemeinschaftsgärten, Solidarische Landwirtschaft und eine Revitalisierung von Wochenmärkten bzw. Farmers’ Markets. Diese lokalen Nahrungssysteme sind oft in sozioökonomische Strukturen eingebettet. Lokale Nahrungssysteme sind daher häufig sozial exklusiv. Der ungleiche Zugang zu frischen und gesunden Lebensmitteln wurde zum Beispiel mit dem Konzept der food deserts in den USA beschrieben, aber auch Ansätze aus dem Bereich der Nahrungsgerechtigkeit und der Ernährungssouveränität finden vermehrt Anwendung in urbanen Räumen.

Publikationen zu Nahrung und Ernährung in der Stadt

  • Poerting, Julia (in Vorbereitung/2019): Farmers’ Market in Pakistan: Moral Consumption for Elites? In: Oesterheld; Christina; Schaflechner, Jürgen (Hg.): Pakistan. Parallel Narratives of the Nation-State. Karachi: Oxford University Press Pakistan.
  • Poerting, Julia (2017): Urbane Landwirtschaft und "grünes" Konsumverhalten in Pakistan, in: Geographische Rundschau 69 (12), 18-24.
  • Poerting, Julia (2014): Bio-Landwirtschaft in Pakistan: Verflechtungen von urbaner und exportorientierter zertifizierter ökologischer Landwirtschaft?, in: Poerting, Julia; Lennartz, Thomas (Hg.): Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien: 4. Jahrestagung des AK Südasien, 24./25. Januar, Freiburg, 6-9.

 

zurück

Mensch-Umwelt-Forschung

Innerhalb der Mensch-Umwelt-Forschung beschäftigen wir uns einerseits mit der Politischen Ökologie alternativer Landwirtschaften und andererseits mit Fragen der Koexistenz von Mensch und Tier im Kontext aktueller Rewilding-Projekte. Im ersten Themenkomplex sind für uns vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl von Bio- und anderen Umweltsiegeln in der Landwirtschaft insbesondere Fragen nach der Wissensproduktion und verschiedene Perspektiven auf Nachhaltigkeit zentral. Aus Perspektive der Mensch-Tier-Geographien interessieren wir uns für die Rückkehr großer Raubtiere nach Mitteleuropa und fragen welches Wissen über die Koexistenz von Mensch und Tier in "wilden" Landschaften Autorität erlangt und wie der Einsatz bestimmter Technologien das Zusammenleben mediiert.

Forschungsprojekt zu alternativen landwirschaftlichen Praktiken

Alternative landwirschaftliche Praktiken

Alternative landwirtschaftliche Praktiken gewinnen vor dem Hintergrund multiskalarer sozialökologischer Krisen an Bedeutung. Sich wandelnde ökologische (Klimawandel, nachlassende Bodenfertilität, Wasserverfügbarkeit), sozioökonomische (Land-Stadt Migration, volatile Märkte, Wandel von Konsumverhalten) und politische Bedingungen (neoliberale Politik, Subventionen, Lobbyismus) kreieren sowohl für Produzenten als auch Konsumenten unsichere Zukünfte.
Vor diesem Hintergrund haben sich verschiedene marktbasierte Ansätze zur Lösung von Agrarkrisen herausgebildet. Viele dieser Ansätze sehen die Lösung in sogenannten technofixes (u.a. Präzisionslandwirtschaft, vertikale Landwirtschaft, gentechnisch modifizierte Organismen).
Diesen effizienzorientierten Ansätzen stehen suffizienzorientierte oder auch degrowth-Ansätze gegenüber. Diese Ansätze leisten einen Beitrag zu der Frage wie Wohlstand und Nachhaltigkeit ohne die Maxime des ständigen ökonomischen Wachstums erhalten werden können. In Anlehnung an Foucaults “heterotopias” (Foucault 1998) geht es hier vor allem um die konzeptionelle Frage, wo und wie alternative Ökonomien/Räume/Zukunftsvorstellungen in kapitalistischen Gesellschaften existieren. Neben konzeptionellen Beiträgen (z.B. Hillebrand und Zademach 2013; Gibson-Graham 2006) finden sich hier vor allem auch Beiträge an der Schnittstelle von qualitativer und engagierter/aktivistischer Forschung (Lockyer/Veteto 2013).
In ihrer Forschung untersucht Julia Poerting, auf welche Art und Weise (zertifizierte) Biolandwirtschaft in Pakistan zu einer Alternative wird. Während Biostandards einerseits strenge Inputregelungen enthalten, sind sie andererseits in internationale Lieferketten eingebunden, die für Kleinbauern prekäre sozioökonomische Auswirkungen haben können. Neben dieser sozialwissenschaftlichen geht es auch um eine kulturwissenschaftliche Perspektive. Im Kontext von konkurrierenden Wissensproduktionen erhält Biolandwirtschaft von Unterstützern und Gegnern unterschiedliche Bedeutungszuschreibungen: Was ist moderne Landwirtschaft?

Publikationen zu alternativen landwirtschaftlichen Praktiken

  • Poerting, Julia (2017): Soziale Innovation oder Business as Usual? Zertifizierte Biolandwirtschaft in Nordpakistan, in: Geographische Zeitschrift 105, 104-124.
  • Münster, Daniel; Poerting, Julia (2016): Land als Ressource, Boden und Landschaft: Materialität, Relationalität und neue Agrarfragen in der Politischen Ökologie, in: Geographica Helvetica 71, 245-257.
  • Poerting, Julia (2015): Who controls the land in certified organic farming? Discerning the divide between de facto and de jure land control, in: Poerting, Julia; Keck, Markus (Hg.): Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien: 5. Jahrestagung des AK Südasien, 23./24. Januar 2015, Göttingen, 29-32.
  • Münster, Daniel; Poerting, Julia; Dame, Juliane (2015): Agrarwirtschaft in Indien: Kleinbauern zwischen Krise und neuen Perspektiven, in: Geographische Rundschau 67 (1), 16-23.

 

Forschungsprojekt Tiergeographien: Natur, Kultur, Wildnis

Gefördert durch die "Dr. Hohmann-Förderung" der Gesellschaft für Erdkunde e.V.

Tiergeographien

Innerhalb der humangeographischen Beschäftigung mit Mensch-Umwelt-Beziehungen interessiert sich unsere Arbeitsgruppe für die Perspektive der Mensch-Tier-Geographien. Im Zeitalter des Anthropozäns unterliegt das Zusammenleben von Menschen und Tieren gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. Politisch, ökologisch und ökonomisch geführte, und häufig auch emotional motivierte Debatten behandeln Themen wie Artenschutz, Renaturierungsprozesse (z.B. das europäische Großprojekt Rewilding Europe) und ethischen Konsum. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Rolle von Technologien als Vermittler von Mensch-Tier-Begegnungen, mit der Bedeutung und dem Ort von “Wildnis” in Mitteleuropa und damit einhergehenden gesellschaftlichen Konflikten und mit sozialgeographischen Perspektiven auf urbane Tiergeographien.
Am Beispiel der Rückkehr des Wolfes in die Lüneburger Heide untersucht Julia Poerting in einem von der Dr. Hohmann-Förderung geförderten Projekt wie sich Perspektiven auf anthropogene Landschaften, Grenzziehungen und Territorien durch den Wolf verändern. Hierbei geht es auch um Fragen nach der Autorität in der Wissensproduktion. Laienwissen ergänzt vorhandenes Wissen nicht nur, sondern fordert es heraus oder ficht es an. Die Bedeutung neuer Medien spielt hierbei eine große Rolle und stellt Fragen nach Autorität, Expertise und der Arbeitsteilung verschiedener Wissensgemeinschaften.

Publikationen zu Tiergeographien

  • Poerting, Julia; Marquardt, Nadine (in Vorbereitung/2019): Kritisch-geographische Perspektiven auf Landschaft. In: Kühne, O.; Weber, F.; Berr, K.; Jenal, C. (Hg.): Handbuch Landschaft. Wiesbaden: Springer.

zurück

Sozial- und kulturtheoretische Debatten

Neben den emprisischen Forschungsschwerpunkten ist die Auseinandersetzung mit aktuellen sozial- und kulturtheoretischen Debatten sowie den wissenschaftstheoretischen Dimensionen sozialgeographischen Denkens ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe.

DFG-Wissenschaftsnetzwerk: Feministische Geographien des new materialism

Publikationen 

  • Marquardt, Nadine; Bauriedl, Sybille; Schurr, Carolin und Vogelpohl, Anne (in Vorbereitung/2019): Celebrating 30 years of feminist geographies in Germany, Switzerland and Austria. Gender, Place & Culture.

zurück

Artikelaktionen