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Arbeitsgruppe Marquardt

Forschung der Arbeitsgruppe Sozialgeographie

Die aktuellen Forschungsschwerpunkte der AG Sozialgeographie liegen im Bereich der geographischen Wohnforschung, der kritischen Stadtforschung und der Mensch-Umwelt-Forschung.

Unsere Forschung zu Geographien des Wohnens setzt sich gegenwärtig mit dem Wohnraum als Schauplatz technologischen Wandels und Knotenpunkt in Infrastrukturnetzwerken auseinander und fragt danach, wie sich der Wohnalltag durch die Ausstattung moderner Wohnräume mit informations- und kommunikationstechnischen Kapazitäten verändert. Wir vollziehen nach, mit welchen programmatischen Zielsetzungen die Digitalisierung des Wohnens in sogenannten smart homes verknüpft wird und wie Wohnräume so zu einem Bestandteil von Governance-Projekten werden, die unterschiedliche gesellschaftliche Probleme adressieren (etwa im Kontext der Energiewende oder des demographischen Wandels).

Im Bereich Stadtgeographie fokussiert unsere Forschung insbesondere auf Phänomene sozialer Ungleichheit, Exklusion und urbaner Marginalität. Themen, mit denen wir uns hier beschäftigen sind Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit, städtische Sicherheitspolitik und soziale Kontrolle im öffentlichen Raum sowie neoliberale Stadtentwicklung. Ein Fokus richtet sich dabei insbesondere auf urbane Bio- und Technopolitik und die Frage, welche Rolle Infrastrukturen bei der Produktion sozialer Beziehungen, der Aufrechterhaltung oder Infragestellung von Macht- und Ungleichheitsverhältnissen sowie der Herstellung von Sicht- und Unsichtbarkeiten in der Stadt zukommt. Ein weiterer Fokus liegt auf Fragen der Nahrung und Ernährung in der Stadt. Hierbei interessieren wir uns für den Zusammenhang von sozioökonomischem Status und Zugang zu frischen und gesunden Lebensmitteln. Ein Fokus liegt auf alternativen, lokalen Nahrungssystemen.

Innerhalb der Mensch-Umwelt-Forschung beschäftigen wir uns einerseits mit der Politischen Ökologie alternativer Landwirtschaften und andererseits mit Fragen der Koexistenz von Mensch und Tier im Kontext aktueller Rewilding-Projekte. Im ersten Themenkomplex sind für uns vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl von Bio- und anderen Umweltsiegeln in der Landwirtschaft insbesondere Fragen nach der Wissensproduktion und verschiedene Perspektiven auf Nachhaltigkeit zentral. Aus Perspektive der Mensch-Tier-Geographien interessieren wir uns für die Rückkehr großer Raubtiere nach Mitteleuropa und fragen welches Wissen über die Koexistenz von Mensch und Tier in "wilden" Landschaften Autorität erlangt und wie der Einsatz bestimmter Technologien das Zusammenleben mediiert. 

Neben den emprisischen Forschungsschwerpunkten ist die Auseinandersetzung mit aktuellen sozial- und kulturtheoretischen Debatten sowie den wissenschaftstheoretischen Dimensionen sozialgeographischen Denkens ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe.

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