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Historische Hochwasser am Rhein und im Rheineinzugsgebiet

Außergewöhnliche Wetterlagen haben vermutlich schon immer zu Hochwässern geführt. Für den Rhein liegen jedoch erst seit dem Aufbau des Messnetzes ab 1820 verlässliche und kontinuierliche Pegeldaten vor. Die Maxima der meisten früheren Hochwässer müssen daher beispielsweise aus Pegelmarken an alten Bauwerken oder schriftlichen Überlieferungen abgeleitet werden.

Die so ermittelten Pegelstände sind mit heutigen Pegeln jedoch nur bedingt vergleichbar. Die Umgestaltung des Rheins und der ihn umgebenden Landschaft haben das Abflussverhalten des Stroms erheblich beeinflusst. Die erhöhte Abflussgeschwindigkeit des Rhein führt dazu, dass die Dauer der Hochwässer im Vergleich zu früheren Jahrhunderten signifikant zurück gegangen ist während die Spitzenpegel bei vergleichbarem Hochwasservolumen gestiegen sind.

Neben der Landschaft haben sich auch die Ursachen für Hochwässer verändert. Noch vor 100 Jahren waren Eisschollen auf dem Rhein keine Seltenheit, regelmäßig fror der Fluss zu – zuletzt 1929, 1942 und 1956. Brach das Eis und stauten sich die Schollen vor Hindernissen, konnten binnen kürzester Zeit sehr hohe Pegelstände erreicht werden. Mit dem Brechen des Eisstaus sank der Pegel dann ebenso rasch wieder. 1784 führte ein für sich bereits außergewöhnliches Hochwasser in Verbrindung mit einem Eisstau zum vermutlich höchsten in Köln je erreichten Pegelstand. Aus diesem nur für die Zeit der Stauung und nur lokal erreichten Pegel sind keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Durchfluss zum Zeitpunkt des Hochwassers möglich.

Um historische Hochwässer mit aktuellen Ereignissen vergleichen zu können, genügen daher Pegelstände allein in der Regel nicht. Aus diesem Grund stellt die im Aufbau befindliche Arbeitsgruppe Stationen entlang des Rheins zusammen, für die die Durchflussmengen historischer Hochwässer ermittelt werden sollen.

Mittels verschiedener Quellen (Paläowasserstandsanzeiger, Hochwassermarken, schriftliche Quellen u.a.) wird dabei zunächst der Höchststand des Hochwassers so präzise wie möglich bestimmt. Anschließend wird dieser in die Topographie zum Zeitpunkt des Hochwassers eingespielt, um so den für diesen Wasserstand nötigen Durchfluss zu berechnen.

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