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Aktuelles Programm

 

Alle Veranstaltungen beginnen, so weit nicht anders angegeben, um 18 Uhr c.t. im Alfred-Philippson-Hörsaal des Geographischen Instituts der Universität Bonn, Meckenheimer Allee 166.



Für kurzfristige Mitteilungen und Informationen können Sie in den Email-Verteiler aufgenommen werden. Hierfür bitten wir um eine kurze Mitteilung.

 

 

Vorträge im Sommersemester 2017

 

Gesundheit und Raum

 

In der Vortragsreihe wird die Medizinische oder Gesundheitsgeographie als vielfältiges und perspektivenreiches Teilgebiet der Geographie vorgestellt. Diese wendet geographische Theorien, Paradigmen und Methoden auf medizinische und gesundheitswissenschaftliche Fragestellungen und Probleme an. Dabei geht es nicht nur um räumliche Zusammenhänge von Krankheiten und Risikofaktoren (Krankheitsökologie), sondern auch um räumliche Strukturen der Gesundheitsversorgung sowie gesundheitsfördernde physische, soziale und kulturelle Prozesse und Erfahrungen im Raum. Sie erweist sich damit in doppelter Hinsicht als verbindender Hybrid, indem sie nicht nur medizinische und geographische, sondern auch physisch- und kulturgeographische Aspekte zusammenbringt.

 

  • 26.04.2017, 18:15 Uhr

Prof. Dr. Thomas Kistemann, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universität Bonn

Geographische Medizin, Medizinische Geographie,
Gesundheitsgeographie: Wie Raum und Gesundheit zusammenhängen

Die neuzeitliche Medizinische Geographie blickt auf eine über zweihundertjährige Forschungsgeschichte zurück. Bedeutende Geographinnen und Geographen wie August Petermann, Siegfried Passarge, Torsten Hägerstrand, Peter Haggett und Anne Buttimer haben sich mit gesundheitsgeographischen Themen beschäftigt. Der Forschungsgegenstand – die räumliche Dimension menschlicher Gesundheit und menschlichen Wohlbefindens – erwies sich immer wieder und in vielfacher Hinsicht als ergiebig: die Datenlage ist oft recht günstig, das Publikumsinteresse ist sehr groß, viele Ergebnisse bergen gesellschaftliche und politische Brisanz, und schließlich geht es oft um erhebliche ökonomische Interessen. Wohl auch deshalb profitierte die Medizinische Geographie nicht nur von Entwicklungen der Mutterdisziplin, sondern setzte auch selbst innovative Impulse für die gesamte Geographie: etwa bei der Entwicklung der thematischen Kartographie, hinsichtlich geostatistischer Verfahren wie räumliche Autokorrelation und density estimation, im Klimawandel-Diskurs, oder auch im Zuge des cultural turn. Der Vortrag wird nach einem historischen Rückblick insbesondere in aktuelle Themenschwerpunkte der heutigen Gesundheitsgeographie einführen und Bezüge zu großen Themen der Geographie herausarbeiten.

 

 

  • 17.05.2017, 18:15 Uhr

Prof. Dr. Jürgen Schweikart, Beuth Hochschule für Technik Berlin

Analyse von Geoinformation als Schlüssel zur Versorgungsforschung

Raumbezogene Versorgungsforschung beschäftigt sich kleinräumig mit den Leistungen des Gesundheitssystems. In Deutschland unterliegen die Planungen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich räumlichen Rahmenbedingungen: zum einen der Bedarfsplanung zur Steuerung der ambulant tätigen Ärzte, zum anderen den Krankenhausplänen der Bundesländer zur Steuerung der stationären Versorgung. Medizinischer Fortschritt, die Altersstruktur der Ärzte, das Altern und die Mobilität der Bevölkerung erfordern angepasste Versorgungskonzepte. Regionale Unterschiede in der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung, der Morbidität sowie Mortalität etc. stehen in enger Beziehung zur demografischen und sozio-ökonomischen Struktur der Bevölkerung. Die Identifikation wohnortbezogener Einflussfaktoren ermöglicht u.a. eine Modellierung der beobachteten Krankheitslast bzw. der Inanspruchnahme von Leistungen. Methodisch können z.B. Routinedaten der Leistungserbringer mit allgemein zugänglichen Daten als Grundlage einer geographischen Analyse verschnitten werden. Damit ist es möglich, unter Einsatz von GIS und räumlicher Statistik neue Erkenntnisse zur Versorgungssituation zu generieren.

 

 

  • 31.05.2017, 18:15 Uhr

Dr. Christina Frank, Robert Koch-Institut, Berlin

Die räumliche Ökologie großer Infektionskrankheitsausbrüche

Infektionskrankheiten existieren nicht im leeren Raum. Ihre Erreger werden über Tiere, die Umwelt oder den Menschen selbst an andere Menschen weitergegeben. Auf diese Übergaben wirken viele Einflussfaktoren wie Klima-Aspekte, Verbreitung von Tierspezies, Tourismus und Handel ein und haben dabei große Auswirkungen auf das Auftreten von Infektionskrankheiten. Anhand von Beispielen verschiedener Infektionskrankheiten werden Aspekte der Krankheitsökologie beleuchtet, wie sie gegenwärtig Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen sind. Ein tiefes Verständnis der wechselseitigen Abhängigkeiten in diesen Systemen ist Grundlage wirkungsvoller Abwehrstrategien gegen das endemische und epidemische Auftreten von Infektionskrankheiten wie Ebolafieber, Zikavirus-Infektion oder Salmonellose.

 

  • 21.06.2017, 18:15 Uhr

Dr. Carsten Butsch, Geographisches Institut, Universität zu Köln

Urbane Gesundheit in Schwellenländern – das Beispiel Pune

Der rasche Urbanisierungsprozess in Afrika und Asien verändert derzeit die Lebensbedingungen der Menschen in den Agglomerationsräumen der beiden Kontinente grundlegend. In vielen Fällen steigt dabei die Gesundheitsbelastung durch Umwelteinflüsse (Smog, kontaminiertes Trinkwasser etc.), und „urbane Lebensstile“ führen dazu, dass die Fallzahlen chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus steigen. Gleichzeitig sind die urbanen Gesundheitssysteme nicht darauf ausgelegt den wachsenden Bedarf zu bewältigen. Dies führt dazu, dass in den Städten der Schwellenländer sowohl die gesündesten als auch die ungesündesten Bevölkerungsgruppen zu finden sind. In dem Vortrag wird am Beispiel der indischen Stadt Pune gezeigt, wie sich Krankheitslasten verschieben und welche Schwierigkeiten die Bevölkerung hat, adäquaten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zu realisieren. Weiterhin werden Ergebnisse eines Projektes vorgestellt, in dem ein Ansatz erprobt wurde, um das notwendige Handlungswissen über die Gesundheit der Stadtbevölkerung bereitzustellen.

 

Für den offiziellen Programm-Flyer zum Ausdruck klicken Sie hier.

 

Die Vorträge finden jeweils im Alfred Philippson Hörsaal des Geographischen Instituts der Universität Bonn (Meckenheimer Allee 166) statt. Der Eintritt zu den Vorträgen ist für Mitglieder der Bonner Geographischen Gesellschaft frei. Nichtmitglieder zahlen 3,00 Euro, Schüler und Studierende 2,00 Euro an der Abendkasse. Für Schulklassen und deren Lehrpersonal ist nach vorheriger Anmeldung der Eintritt frei.

 

 

Kontakt

BONNER GEOGRAPHISCHE GESELLSCHAFT e.V.
Geographisches Institut der Universität Bonn
Meckenheimer Allee 166
53115 Bonn

 

Vorstand

Vorsitzender: Prof. Dr. Winfried Schenk

Stellvertretender Vorsitzender: Arnulf Marquardt-Kuron

Geschäftsführer: Dr. Jan-Erik Steinkrüger

Beisitzer: Adelheit Farid, Marcus Mogk

 

Telefon: +49 (0)228 73-5871 (Vors.), 73-3690 (GF)
Fax: +49 (0)228 73-7650
E-Mail: bgg@giub.uni-bonn.de

Bankverbindung:

Sparkasse KölnBonn
BLZ 370 501 98
Kto.-Nr. 67959

Eintritt
Studenten: 2 Euro
Nichtmitglieder: 3 Euro
Freier Eintritt für Mitglieder sowie angemeldete Schulklassen und begleitende Lehrkräfte

 

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