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Datum: 07.05.2018

Wissenschaftliches Netzwerk „Key Concepts in Theme Park Studies“ startet mit Workshop am Geographischen Institut

Seit der Eröffnung Disneylands in Anaheim, Kalifornien, 1955 haben sich Themenparks zu wirtschaftlichen Unternehmen, kulturellen Einrichtungen und medialen Produkten von weltweiter ökonomischer Bedeutsamkeit und enormer gesellschaftlicher Breitenwirksamkeit entwickelt. Die Forschung hat die vielschichtige Relevanz von Themenparks bereits seit geraumer Zeit erkannt und nahezu alle Aspekte von Themenparks, ihren historischen Vorläufern und verwandten Einrichtungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven untersucht. Jedoch ist die Themenparkforschung nach wie vor disziplinär versprengt und greift bestenfalls punktuell auf Erkenntnisse aus anderen, häufig benachbarten Fachrichtungen zurück. Ein eigenständiges, transdisziplinäres Forschungsfeld „Themenparkstudien“ mit eigenen Theorien und Methoden, Fachverbänden und Publikationsorganen hat sich bislang nicht etabliert.


IMG_5806.jpgZiel des von der DFG geförderten wissenschaftlichen Netzwerks „Key Concepts in Theme Park Studies“, das von PD Dr. Filippo Carlà-Uhink (Geschichte, Pädagogische Hochschule Heidelberg), Dr. Florian Freitag (Amerikanistik, Universität Mainz) und Dr. Jan-Erik Steinkrüger (Geographie, Universität Bonn) eingeworben wurde, ist es, diese Forschungsdesiderate durch eine stärkere Vernetzung zwischen ForscherInnen aus unterschiedlichen Disziplinen zu beheben. In einer Reihe von vier Workshops und über einen Zeitraum von zwei Jahren erarbeiten sechzehn ForscherInnen aus zehn unterschiedlichen Fächern (von Wirtschaftswissenschaften bis Anthropologie, von Theaterwissenschaften bis Psychologie) aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Schweiz, Spanien und den Vereinigten Staaten ein gemeinsames erstes transdisziplinäres Einführungswerk in diesen Themenbereich. Viele der Beteiligten hatten bereits zuvor im Rahmen des Projektes „‚Here You Leave Today‘: Time and Temporality in Theme Parks“ zusammengearbeitet.

IMG_5682.jpgDas Projekt startete mit einem ersten Workshop am Geographischen Institut der Universität Bonn vom 19.-22.04.2018. Neben einem Kennenlernen der Beteiligten, der Strukturierung des Bandes und einer ersten gemeinsamen Feldforschung im Phantasialand in Brühl wurde der Workshop gerahmt von zwei öffentlichen Keynotes von Prof. Dr. Mark Gottdiener und Prof. Dr. Salvador Anton Clavé. Prof. Dr. Mark Gottdiener, emeritierter Professor für Soziologie an der University at Buffalo in Buffalo, New York, sprach in seinem Vortrag „Theming, Branding, Hyperreality and Political Ideology“ über Donald Trumps Aufstieg vom Bauunternehmer und Medienstar zum Amt des Präsidenten als einem Prozess des Selbstmarketings und Hyperrealismus. Prof. Dr. Salvador Anton Clavé, Professor für Geographie an der Universität Rovira i Virgili in Tarragona, Spanien widmete sich unter dem Titel „The Contemporary Global Theme Park Industry: Issues, Practices and Paradoxes“ einer Übersicht über aktuelle Trends und Forschungsthemen der Themenpark.

 

Fotos: Jan-Erik Steinkrüger

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