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Datum: 18.08.2020

Forschungsprojekt zu Hochwasserschutz in Ghana bewilligt

Ghana ist eines der am stärksten von Überschwemmungen bedrohten Länder in Westafrika. Dabei sind arme Bevölkerungsgruppen in urbanen Räumen besonders von den jährlichen Hochwasserereignissen betroffen. Die Überflutungen haben katastrophale Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen wie Straßen, Brücken, Telekommunikationsnetze oder Entwässerungssysteme; kaskadierende Risiken sind von besonderer Bedeutung.

Die Arbeitsgruppe Ökohydrologie und Wasserressourcenmanagement des Geographischen Instituts unter der Leitung von Frau Professor Evers startet ein Forschungsprojekt zum Thema Partizipative Hochwasserkatastrophenprävention und angepasste Bewältigungsstrategie in Ghana (PARADeS).

1_Flood in Volta region_Njatal.jpgZiel des PARADeS Projekts ist es, die Resilienz gegen Überflutungen zu erhöhen. Um das Hochwasserrisiko in den Modellregionen Accra, Kumasi und im Einzugsgebiet des Volta-Flusses verlässlich einschätzen zu können, werden Klima-, Wasser- und Landnutzungsdaten erfasst. Auf dieser Datengrundlage werden Modelle zur Risikobewertung entwickelt und die Effekte auf kritische Infrastrukturen sowie kaskadierende Risiken untersucht. Gemeinsam mit der Bevölkerung und den verantwortlichen Akteuren vor Ort werden Präventions- und Bewältigungsstrategien entwickelt. Um die Kooperation im Krisenfall zu stärken, wird ein Partizipations- und Kommunikationskonzept erarbeitet. Daten, Modelle und unterstützende Werkzeuge zur Risikobewertung werden in ein einheitliches und benutzerfreundliches Entscheidungsunterstützungssystem integriert.

Erstmalig für Ghana wird ein umfassendes System zur Risikobewertung bei Überschwemmungen entwickelt. Ein wesentlicher Bestandteil des Systems sind die integrierten Werkzeuge, die aussagekräftige Prognosen des Hochwasserrisikos ermöglichen. Die betroffenen Bevölkerungsgruppen und die zuständigen Behörden profitieren gleichermaßen von einer verlässlichen Vorhersage von Überflutungseffekten auf Haushalte und kritische Infrastrukturen. Die Ergebnisse sind auf andere Länder in Westafrika übertragbar, wo Überschwemmungen eine akute Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung darstellen.

Die Partner in diesem Verbundvorhaben sind: die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Hochschule Magdeburg-Stendal, das HochwasserKompetenz-Centrum e. V., Köln, das West African Science Service Center on Climate Change and Adapted Land Use (WASCAL), die Water Ressources Commission (WRC) und das National Disaster Management Organization (NADMO), Accra. Außerdem wird im Rahmen von PARADeS mit dem Bundesamt für Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und dem Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa an der Universität Ghana kooperiert.

BMBF_gefördert vom_deutsch.jpgGefördert wird das auf drei Jahre angelegte Vorhaben mit 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zuge der Bekanntmachung „Innovatives Katastrophen- und Risikomanagement – IKARIM“ im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung. Verbundkoordinatorin ist Frau Prof. Dr. Mariele Evers.
Mehr Informationen gibt es unter www.sifo.de/de/bewilligte-projekte-aus-der-bekanntmachung-internationales-katastrophen-und-2417.html und www.ewa.uni-bonn.de/parades/?PARADeS_project

Foto: J. Njatal

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