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Datum: 26.11.2018

Dr. Hohmann-Nachwuchsförderung wird 2018 zwei Mal nach Bonn vergeben

VerleihungStephanPoerting_20181122.JPGAm 23. November wurde der Hohmann-Preis von der Gesellschaft für Erdkunde zu Köln an Julia Poerting (AG Marquardt) und Dr. Christiane Stephan (AG Müller-Mahn) verliehen. Beiden Wissenschaftlerinnen wird mit dem Zuschlag durch die Dr. Hohmann-Nachwuchsförderung 2018 damit die Möglichkeit eröffnet, die Grundlagen für einen größeren DFG-Antrag zu legen, der im Rahmen eines Habilitationsvorhabens gestellt werden soll. Julia Poerting verfolgt das Projekt "Die Rückkehr des Wolfes in stadtnahe Landschaften in Deutschland" und erhält für erste empirische Forschungen in der Lüneburger Heide und für die Durchführung eines Workshops am GIUB 1.500 €. Frau Dr. Christiane Stephan erhält 4.000 € zur Durchführung vorbereitender Forschungsaktivitäten in Kenia und Tanzania für ihr Projekt “Visual geographies of African rural futures”.

"Die Rückkehr des Wolfes in stadtnahe Landschaften in Deutschland", Julia Poertig

Die Zahl der nachgewiesenen Wolfsrudel in Deutschland hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Mit der Zunahme der in Deutschland unter Naturschutz stehenden Tiere hat sich auch die öffentliche Debatte um die Koexistenz von Wolf und Mensch verschärft. Neben einer grundsätzlich polarisierten Debatte fällt auf, dass über das Zusammenleben von Mensch und Wolf unter Experten große Uneinigkeit herrscht.
Das geförderte Forschungsprojekt verfolgt die Ziele, einerseits die unterschiedlichen Perspektiven von Experten auf das Zusammenleben von Wolf und Mensch (und Weidetieren) zu untersuchen. Andererseits geht es darum, inwieweit eine bestimmte Vorstellung von Natur und Wildnis als extern von Kultur und Stadt gerade in stadtnahen „Wolfsgebieten“ die Fronten zwischen Wolfsbefürwortern und –Gegnern verschärft. Über die öffentlich geführten Debatten zur Rückkehr des Wolfes werden verschiedene, konkurrierende Landschaftskonzeptionen sichtbar, die vor allem in Metropolregionen in größere Konflikte um die Nutzung stadtnaher Landschaften eingebettet sind.

“Visual geographies of African rural futures”, Dr. Christiane Stephan

Das Forschungsprojekt "Visual geographies of African rural futures" behandelt aktuelle Herausforderungen ostafrikanischer Länder (Kenia und Tansania) in der Formulierung und Durchführung nachhaltiger Strategien zur landwirtschaftlichen Entwicklung. Dabei verfolgt das Projekt einen innovativen Ansatz zur Konzeptualisierung und methodischen Umsetzung der Forschung, der insbesondere visuelle Medien wie Film und Photographie mit einbezieht und visuellen Dokumenten insbesondere in der Aushandlung möglicher Zukünfte eine entscheidende Rolle zuweist.
Ein Schwerpunkt bei der neuen Konzeptualisierung von Mensch-Umwelt-Beziehungen ist die Identifizierung unterschiedlicher sozio-technischer Prozesse und „Dreamscapes" und „imaginierter Zukünfte". Um aktuelle Prozesse des Zukunft-Machens verstehen zu können und die damit verbundenen Implikationen zu identifizieren, müssen visuelle Dokumente und Artefakte politischer Entscheidungsprozesse analysiert werden. In Anlehnung an Appadurai (2013), ist die „capacity to aspire", d.h. die menschliche „Fähigkeit nach etwas zu streben", ein wichtiger Motor für sozial-ökologische Transformation und bedient sich starker Bildsprache. Dies impliziert die Verwendung spezifischer konzeptueller und methodischer Ansätze einer visuellen Geograhpie für humangeographische Analyse sozial-ökologischer Transformationsprozesse in Ostafrika.

Foto: M. Nutz

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