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Datum: 27.11.2017

DFG bewilligt neuen Sonderforschungsbereich zur Zukunft des ländlichen Afrika

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Link to CRC-website: www.futureruralafrica.de

Afrika_transparent_SFB.jpgIn der Sitzung des Bewilligungsausschusses am 24.11.2017 fiel die Entscheidung: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird die Einrichtung eines neuen transregionalen Sonderforschungsbereichs (SFB/TR 228) an der Universität Bonn in Kooperation mit der Universität zu Köln in den nächsten vier Jahren mit insgesamt etwa 10 Millionen Euro fördern. Beteiligt an diesem Verbundprojekt sind außerdem das Bonn International Center for Conversion (BICC), die Universität Münster, die Charité an der Humboldt-Universität in Berlin, und selbstverständlich auch zahlreiche Kooperationspartner in Afrika.


Der neue Sonderforschungsbereich unter dem Titel „Future Rural Africa. Future-making and social-ecological transformation“ wird von 22 Antragstellenden aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen getragen. Er umspannt ein Spektrum von der Agrarökonomie über die Bodenkunde und die Ethnologie bis zu Politikwissenschaften, Vegetationsökologie und Virologie. Die Geographie bildet in diesem breiten Fächerspektrum die zentrale Disziplin und schlägt in gewisser Weise eine Brücke zwischen den Natur- und Agrarwissenschaften auf der einen Seite und den Kultur- und Sozialwissenschaften auf der anderen Seite. Sprecher des SFB/TR 228 ist Prof. Detlef Müller-Mahn. Bei der Antragstellung wurde er unterstützt von Dr. Claudia Gebauer, die ab Januar 2018 die Leitung der SFB-Geschäftsstelle im Geozentrum übernehmen wird. Weitere „Principal Investigators“ des GIUB sind die Professorinnen Mariele Evers, Britta Klagge und Julia Verne. Die Beteiligung von drei weiteren Geographen von der Universität zu Köln, den Professoren Georg Bareth, Peter Dannenberg und Javier Revilla Diez, unterstreicht die besondere Bedeutung des Faches in diesem Verbund. 


Vorbereitungsreise Kenia Februar 2017.jpgDer SFB/TR 228 besteht aus 14 wissenschaftlichen Teilprojekten, die sich jeweils mit spezifischen Aspekten der sozial-ökologischen Transformation befassen. Gemeinsam untersuchen sie den Zusammenhang von Landnutzungswandel und Zukunftsgestaltung im ländlichen Afrika. Mit dem Fokus auf „Future-making“ nehmen die Beteiligten dieses Großprojektes eine Perspektive ein, die sich von älteren Ansätzen der sozial-ökologischen Forschung unterscheidet. Im Mittelpunkt stehen hier nämlich die afrikanischen Akteure und deren Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen in Hinsicht auf die Gestaltung zukunftsorientierter Entwicklungen. Das Rahmenkonzept des SFBs orientiert sich dabei an neueren Debatten der Zukunftsforschung. Es unterscheidet zwischen Zukunftskonzepten, die Wahrscheinlichkeiten, Prognosen und Modelle in den Mittelpunkt stellen, und Konzepten, die Zukunft in Form von Visionen, Wünschen und Hoffnungen begreifen. Während erstere hauptsächlich in naturwissenschaftlichen Forschungen verwendet werden, bevorzugen sozialwissenschaftliche Zugänge die letztgenannten Konzeptualisierungen von Zukunft. Letztlich sind beide Varianten wichtig, um die Gestaltung von Zukunft bzw. „Zukunft-Machen“ im Spannungsfeld zwischen Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten zu verstehen. Darum wird es gehen, wenn sich die verschiedenen Teilprojekte ab Januar 2018 mit Zukunft im ländlichen Afrika beschäftigen.


UNAM Meeting March 2017.JPGDer regionale Forschungsfokus des neuen Sonderforschungsbereichs richtet sich auf das Kenianische Rift Valley, den landwirtschaftlichen Wachstumskorridor in Süd-Tansania und den grenzüberschreitenden Kavango-Zambezi-Park im südlichen Afrika. Die Wissenschaftler untersuchen, wie sich die scheinbar gegenläufigen Prozesse der landwirtschaftlichen Intensivierung einerseits und der Ausweitung von Naturschutzgebieten andererseits auf den künftigen Wandel der Landnutzung auswirken. Es geht dabei um so unterschiedliche Phänomene wie zum Beispiel den Einsatz von Mobiltelefonen in der Agrarberatung, die Nutzung alternativer Energien, landwirtschaftliche Ertragssteigerungen und „Grünes Wachstum“, aber auch um Landkonflikte, neue Krankheiten und Armut.


Das GIUB und seine Beschäftigten und Studierenden werden in mehrfacher Weise in das neue Projekt einbezogen. Zu den regelmäßigen Kolloquien ist die Institutsöffentlichkeit herzlich eingeladen. Insgesamt wird der neue SFB über mehr als 20 Promotionsstellen quer durch die beteiligten Fächer verfügen, davon sieben am GIUB, und er wird eine Anzahl von studentischen Hilfskräften beschäftigen.


Sonderforschungsbereiche gehören zu den größten Drittmitteleinrichtungen in der deutschen Forschungslandschaft. Sie sind langfristig angelegte Verbundprojekte, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fächerübergreifend zusammenarbeiten, um besonders anspruchsvolle und komplexe Problemstellungen in den Blick zu nehmen. Sie sollen Innovationen anschieben, wissenschaftliche Debatten maßgeblich befruchten, und an den sie tragenden Universitäten strukturbildend wirken. Vor diesem Hintergrund verbindet sich mit der Einrichtung des neuen SFB die Erwartung, dass dadurch nicht nur ein Beitrag zum besseren Verständnis der Zukunft Afrikas geleistet wird, sondern auch ein Beitrag zur Zukunft des GIUB.

Kontakt:

Prof. Dr. Detlef Müller-Mahn (mueller-mahn(at)uni-bonn.de)
Dr. Claudia Gebauer (cgebauer(at)uni-bonn.de)
 

Bild 1: Logo des neuen SFB
Bild 2: Vorbereitungsreise Kenia, Februar 2017 (C. Greiner/Uni Köln)

Bild 3: Vorbereitungstreffen an der University of Namibia, Windhoek, März 2017 (D. Müller-Mahn)

DFG approves application for new collaborative research centre on the future of rural Africa

Afrika_transparent_SFB.jpgThe decision was made at the meeting of the Grants Committee on 24.11.2017: over the next four years the German Research Foundation (DFG) will provide around 10 million euros to fund the new transregional collaborative research centre (SFB/TR 228) based at the University of Bonn, in cooperation with the University of Cologne. Other members of this joint project are the Bonn International Center for Conversion (BICC), the University of Münster, the Charité hospital at Humboldt University in Berlin, and of course many cooperation partners in Africa.  


The new collaborative research centre (SFB) with the title “Future Rural Africa. Future-making and social-ecological transformation” involves twenty-two researchers from different academic disciplines, ranging from agricultural economics, soil science and anthropology to political science, vegetation ecology and virology. The central discipline is geography, which can be regarded as bridging the gap between natural and agricultural sciences, on the one hand, and cultural and social sciences on the other. The spokesperson for SFB/TR 228 is Prof. Detlef Müller-Mahn. In preparing the application he was supported by Dr. Claudia Gebauer, who will manage the SFB office from January 2018. Other principal investigators from GIUB are Prof. Mariele Evers, Prof. Britta Klagge and Prof. Julia Verne. The fact that three geographers from the University of Cologne, Prof. Georg Bareth, Prof. Peter Dannenberg and Prof. Javier Revilla Diez, are also involved in this interdisciplinary project reflects the special position of geography within it. 


Vorbereitungsreise Kenia Februar 2017.jpgThe SFB/TR 228 consists of 14 subprojects devoted to specific aspects of the social-ecological transformation. Together they will investigate the connections between changes in land use and future-making in rural Africa. With their focus on “future-making”, the members of this large-scale project will adopt a perspective that is different from older approaches to social-ecological research: priority will be given to African actors and their ideas, wishes and expectations in respect of the shaping of future-oriented developments. The general concept of the project was inspired by recent debates on researching the future. It distinguishes between concepts of the future based on probabilities, forecasts and models, and concepts which consider future in the form of visions, imaginations and aspirations. While the former approach is common in the natural sciences, the latter is preferred by researchers in the social sciences. For any enquiry into “future-making” in the field of tension between probabilities and possibilities, both approaches are important. This will be kept in mind as from January 2018, when the different subprojects begin to investigate future in rural Africa.


UNAM Meeting March 2017.JPGIn regional terms, the new SFB is focused on the Kenyan Rift Valley, the Southern Agricultural Growth Corridor of Tanzania (SAGCOT), and the Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area in southern Africa. The researchers will examine how the apparently contrary processes of agricultural intensification, on the one hand, and extension of nature reserves, on the other hand, will affect land use in the future. They will investigate very different phenomena, such as the use of mobile phones for agricultural advisory services, the use of alternative energies, improved crop yield and “green growth”, but also land conflicts, new diseases and poverty.


The GIUB staff and students will be involved in the new project in various ways. Colloquia will be organized at regular intervals during semester times, to which all members of the Institute will be invited. The new SFB will have upward of twenty places for PhD students across all the participating disciplines, and will employ a corresponding number of student assistants.


Collaborative research centres are among the biggest externally funded projects in the German research landscape. They are long-term joint projects bringing together scholars from different disciplines in order to be able to carry out complex research programmes. They are expected to encourage innovations, contribute significantly to academic debates, and have a positive effect on the development of the universities at which they are based. Before this backdrop, we expect that the new SFB will contribute not only to a better understanding of the future of Africa, but also to the future of the GIUB.
 

Contact:

Prof. Dr. Detlef Müller-Mahn (mueller-mahn(at)uni-bonn.de)
Dr. Claudia Gebauer (cgebauer(at)uni-bonn.de)

 

Figure 1: Logo of the new SFB
Figure 2: Preparatory trip Kenia, February 2017 (C. Greiner/Uni Köln)

Figure 3: Preparatory meeting at the University of Namibia, Windhoek, March 2017 (D. Müller-Mahn)

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