Sie sind hier: Startseite Pressemitteilungen Angekommen in NRW? Abschlussveranstaltung zur lokalen Integration geflüchteter am 06. Juli 2018 in Bonn
Datum: 07.08.2018

Angekommen in NRW? Abschlussveranstaltung zur lokalen Integration geflüchteter am 06. Juli 2018 in Bonn

Am 06. Juli 2018 fand die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes im Bonner Haus der Bildung statt. Im ersten Block der Veranstaltung wurden Ergebnisse aus vier aktuellen Forschungsprojekten zur Integration Geflüchteter vorgestellt und diskutiert. Im zweiten Block diskutierte Michael Lobeck (promediare) mit Aladin El-Mafaalani (MKFFI Düsseldorf), Elizaveta Khan (Integrationshaus Köln e.V.), Miriam Schader (MPI zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen) und dem Publikum über Möglichkeiten und Hemmnisse der lokalen Integration Geflüchteter.

Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen Jahren das Ziel zahlreicher Geflüchteter und Asylsuchender gewesen, die wegen Kriegen und Konflikten ihre Heimatländer im Nahen Osten, in Afrika und in Zentralasien verlassen haben. Die Integration dieser Menschen vor Ort in NRW stellt sich aktuell als eine zentrale politische Aufgabe und Herausforderung für die Kommunen dar.

Unmittelbar nach dem langen Sommer der Migration 2015 machten es sich Forscher*innen aus Aachen, Bonn, Köln, Dortmund und Berlin deshalb zur Aufgabe, Handlungs- und Erfahrungswissen im Umgang mit der Zuwanderung von Geflüchteten in NRW zusammenzuführen, lokale Spannungsfelder und Konflikte zu benennen und Möglichkeiten der Entwicklung aufzuzeigen.

Tagung_geflüchtete_Haus der Bildung 07_2018 (129).JPGGefördert und koordiniert wurden diese Vorhaben durch das „Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung“ (FGW) des Landes Nordrhein-Westfalen. Am 6. Juli 2018 wurden Ergebnisse aus vier Forschungsprojekten zur Integration von Geflüchteten in Haus der Bildung in Bonn der Öffentlichkeit vorgestellt.


Tagung_geflüchtete_Haus der Bildung 07_2018 (27)_hoch.jpgBei den Vorstellungen der Projekte wurde deutlich, dass die örtlichen Verwaltungen, die mit der Aufnahme und Unterbringung der Geflüchteten betraut sind, große Arbeit geleistet haben, die jedoch ohne die Unterstützung von ehrenamtlich tätigen nicht möglich gewesen wäre. Auch dort, wo sich aufgrund des nicht vorhersehbaren Umfangs der Zuwanderung Probleme ergaben, hat sich die Leistungsfähigkeit der Verwaltung inzwischen sehr verbessert. Ein großes Hemmnis für die Integration von Geflüchteten ist nach wie vor die Unsicherheit, ob und wie lange sie in Deutschland bleiben dürfen. Erst ein positiver Bescheid des Asylantrags ermöglicht es, eine eigene Wohnung zu suchen. Ob und wie schnell eine Wohnung gefunden werden kann, hängt dann sehr stark vom jeweiligen Wohnungsmarkt vor Ort ab. Ein wesentliches Thema war zudem die Unterbringung von Geflüchteten in den Untersuchungsstädten. Dabei wurde z.B. ersichtlich, dass Menschen mit höherer Bildung (Abitur oder Studium) eher bereit sind, Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft zu akzeptieren als andere. Nach der Willkommenskultur des ersten Jahres wurde als wesentliche Aufgabe für die kommenden Jahre genannt, eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung zu entwickeln.


Tagung_geflüchtete_Haus der Bildung 07_2018 (95).JPGEin Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion am Nachmittag, an der Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Leiter der Abteilung für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtling und Integration NRW), Elizaveta Khan (Integrationshaus Köln) und Dr. Miriam Schader (Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften) teilnahmen. Die sehr leidenschaftlich geführten Diskussionen drehten sich um die Frage, was Kommunen für die Integration von Geflüchteten leisten können und welche Unterstützungen von Land und Bund erwartet werden und erforderlich sind. In der Abschlussrunde wurde die Frage gestellt, was Integration in den Kommunen noch besser machen könnte. Prof. El-Mafaalani forderte eine „gute Stimmung“ ein, weil es zu schlechter Stimmung keinen Grund gäbe. Dem stimmte Frau Dr. Schader zu, die meinte, dass „eigentlich alles gut gelaufen ist“. Frau Khan wünschte sich, dass für die Integration genügend Zeit gelassen wird. Es wäre außerdem wichtig, dass die Geflüchteten merken, dass die Menschen in Deutschland weiterhin zu ihnen stehen.
 

Die Vorträge der Veranstaltung finden Sie hier: ankommen-nrw.com/

Fotos: Amrei Pirzer

Artikelaktionen