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Datum: 06.10.2021

„AG Nachhaltigkeit am GIUB“ legt Zwischenbilanz vor: GIUB-Mitarbeitende unterstützen die Nachhaltigkeitsstrategie der Universität Bonn

Seit Anfang 2020 engagieren sich Institutsmitglieder aller Statusgruppen in der „AG Nachhaltigkeit am GIUB“. Angeregt durch die frühen Initiativen am Institut für Geowissenschaften hat sich die AG gegründet und auf folgende Ziele verständigt:

  1. Implementieren von Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit am Geographischen Institut in verschiedenen Bereichen wie z.B. Veranstaltungen, Beschaffung, Energie, Mobilität, Lehre & Forschung u.a.m.

  2. Vernetzung mit anderen Nachhaltigkeitsinitiativen an der Universität Bonn und mit der Leitung der Universität (horizontale und vertikale Vernetzung).

  3. Rolle als gutes Beispiel innerhalb der Universität Bonn sowie für die Öffentlichkeit wahrnehmen und darstellen.

Innerhalb der Arbeitsgruppe haben sich die Mitglieder verschiedenen Themenbereichen gewidmet und das Ziel gesetzt, konkrete Maßnahmen zur direkten Umsetzung zu entwickeln.
Themenbereiche_AG Nachhaltigkeit.png
Veranstaltungen: Ziel war es, den Veranstaltungen im GIUB ein nachhaltiges Organisationsprofil zu verleihen. Dazu wurde für die Organisator:innen von GIUB-Veranstaltungen aller Formate ein Leitfaden entwickelt, der von der Planung bis zur Durchführung als praktische Handreichung dienen kann.

Beschaffung: Eine umweltfreundliche und nachhaltige öffentliche Beschaffung ist seit mehreren Jahren ein wichtiges Ziel von Bund und Ländern. So existieren bereits eine ganze Reihe an Hilfs- und Beratungsangeboten für die Vielfalt der Beschaffung bei öffentlichen Auftraggeber:innen. Eine Gruppe der „AG Nachhaltigkeit im GIUB“ hat die sich dem ganz konkreten Bestell- und Beschaffungswesen am Institut gewidmet. Im Leitfaden für nachhaltige Beschaffung gibt es Tipps, wie bei SRM-Bestellungen nachhaltiger vorgegangen werden kann. Neben nachhaltigen Produkten beispielsweise bei der Büromittelbestellung könnte schon eine freiwillige Berücksichtigung eines Mindestbestellwertes die Emissionen des GIUB deutlich senken.

Mobilität: Das Thema Mobilität wurde in der AG in zwei Richtungen verfolgt: 1. Dienstreisen und 2. Alltagsmobilität der Mitarbeitenden am GIUB. Der von der AG erstellte Leitfaden für nachhaltig gestaltete Dienstreisen regt nicht nur zur Nutzung klimafreundlicher Transportmittel an, sondern erlaubt auch die kritische Frage nach dem Sinn der Reise und möglichen alternativen Formaten.

 

Weitaus differenzierter wurde das Thema zur Alltagsmobilität bearbeitet. Aufschluss gibt das Ergebnis einer Befragung unter den Mitarbeitenden des GIUB. 91 (!) GIUB-Angehörige nahmen daran teil.

An wie viel Tagen nutzen Sie welches Verkehrsmittel
für den Arbeitsweg?

Befragung_Auswertung.pngEines der offensichtlichsten Ergebnisse ist die Dominanz und Relevanz des Fahrrades. Gut die Hälfte fährt an mehreren Tagen in der Arbeitswoche (>2) mit dem Rad, gefolgt vom ÖPNV. Das Auto spielt eine untergeordnete Rolle, obwohl die Mehrzahl der Befragten damit in unter 25 Minuten am Arbeitsplatz wäre. Zwei Drittel sind nicht auf ein bestimmtes Verkehrsmittel angewiesen, so dass eine relativ große Freiheit bei der Wahl des Verkehrsmittels besteht. Somit genießen Rad und ÖPNV großen Zuspruch, trotz teils längerer Fahrzeiten. Die Mehrzahl der Radfahrenden würde weniger als 35 Min. benötigen, die der ÖPNV-Nutzer:innen weniger als 45 Min. von der Wohnung zum Arbeitsplatz. Letztendlich geben jeweils über 40% der Befragten die Flexibilität/Spontanität und die Umweltverträglichkeit als ausschlaggebenden Grund für die eigene Wahl des Verkehrsmittels an.

Das Potenzial der Emissionseinsparung ist aber noch nicht ausgeschöpft. Viele Befragte sehen in einer sicheren und überdachten Abstellmöglichkeit für das Rad am GIUB und in der Möglichkeit zum Umziehen oder Duschen einen Anreiz, häufiger das Rad für den Weg zur Arbeit zu nutzen. Um der großen Zahl der Radfahrenden gerecht zu werden, hat die Universität eine große Fahrradtiefgarage unter dem Hörsaalzentrum am Campus Poppelsdorf eingerichtet. Am GIUB existiert nun ergänzend eine kleine abschließbare Fahrradgarage mit Ladeinfrastruktur für E-Bikes. Um auch die Anreise für längere Distanzen attraktiv zu machen, wurde im GIUB Hauptgebäude eine Duschmöglichkeit für Radfahrende eingerichtet.

Lehre & Forschung: Das Thema der Nachhaltigkeit ist originärer Bestandteil geographischer Forschung und schlägt sich in vielen Lehrangeboten nieder. Entweder als Rahmenthema oder zumindest in einzelnen Referats-/Hausarbeitsthemen. Zudem ist durch die Verleihung des UNESCO Chairs zur Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda an Frau Prof. Evers die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit an prominenter Stelle im GIUB sichtbar.

Grüne Bibliothek: Die GIUB-Bibliothek hat durch die Publikumsstärke eine wichtige Multiplikatorfunktion. Ein Maßnahmenkatalog für den Bibliotheksbetrieb soll ein nachhaltiges Führen dieser Organisationseinheit sicherstellen. Angefangen vom Energiemanagement, der Recycling- und Share-Idee bei den Nutzer:innen-Services, dem biodiversen Gestalten der Innenhöfe bis hin zur „Grünen-IT“ werden Nachhaltigkeitsaspekte in das aktuelle Bibliothekskonzept eingepflegt.

Energie: Viele Aspekte der Energieversorgung im GIUB werden zentral vom Energiemanagement der Universität gesteuert. Dazu zählen z.B. der Bezug von „grünem Strom“ oder die automatische Absenkung der Heizung in Eckzeiten. Einzelmaßnahmen können aber auch vom Institut angeregt werden, so z.B. das Anbringen von Bewegungsmeldern oder die Umrüstung der Leuchtmittel auf LED. Doch auch die kleinen Schritte der Institutsmitglieder sind wichtig, die beispielsweise durch Memo-Aufkleber „Licht aus!“ durch die AG Nachhaltigkeit unterstützt werden. Das ins Stocken geratene Großprojekt „Photovoltaik auf dem Dach der MA 166“ nimmt wieder Fahrt auf. Die Universität stuft die technische Realisierbarkeit und die ökonomische Sinnhaftigkeit nach einer Vorbesichtigung als durchaus positiv ein.

Digitaler CO2 Fußabdruck: Immer mehr Arbeitsschritte in Lehre, Forschung und Verwaltung sind durch eine zunehmende Digitalisierung geprägt. An vielen Stellen unterstützt das digitale Arbeiten eine nachhaltige Entwicklung. Doch darf nicht übersehen werden, dass die Digitalisierung selbst nicht klimaneutral ist. Deshalb hat die AG Nachhaltigkeit für die Institutsmitglieder eine Handreichung entwickelt, wie jede und jeder zur Reduzierung des digitalen CO2-Fußabdrucks im digitalen Alltag einen kleinen Beitrag leisten kann.

Der konkrete Output der „AG Nachhaltigkeit am GIUB“
im Überblick

  • Neue Rubrik „Nachhaltigkeit am GIUB“ im GIUB-IntranetLicht Aus.png von A-Z

  • Leitfaden zur nachhaltigen Beschaffung

  • Leitfaden zur Gestaltung nachhaltiger Dienstreisen

  • Leitfaden zur nachhaltigen Organisation von Veranstaltungen

  • Handlungsempfehlungen zur Reduzierung des digitalen CO2-Fußabdrucks

  • Fahrradgarage mit E-Bike Lademöglichkeit

  • Dusche für Radfahrer:innen

  • Memo-Aufkleber „Licht aus“Signatur.png

  • „Think before you print“-Signatur

  • Photovoltaikanlage (in Planungsvorbereitung)

Grafiken: Irene Johannsen und Martin Gref / GIUB

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