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Geomatik

Bei mehr als 80% aller politischen, wirtschaftlichen und umweltrelevanten Entscheidungen spielen raumbezogene Probleme und damit Lösungsmethoden der GEOMATIK eine zentrale Rolle (GIS Business 6/2006). So werden bei der Kartierung von Hochwassergebieten, der Zuweisung von Agrarsubventionen, der Bewertung von Natur- und Technikrisiken, der Erfassung von Städtewachstum, dem Monitoring von Landnutzungsänderungen, der Ableitung von Biodiversitätskarten, der Erfassung von Landdegradation und der Modellierung von Ernteerträgen zunehmend Verfahren und Analysetechniken der Geomatik angefragt und im Zuge dessen kontinuierlich verfeinert. Die exakte Erfassung von räumlich Mustern und dynamischen Prozessen auf Basis von flugzeug- und satellitengestützte Sensorsystemen (multi- und hyperspektrale Sensoren, und Radarsensoren) in Kombination mit Webservices ist in diesem Kontext von zentraler Bedeutung. Zusammen mit der (Weiter)-Entwicklung von Software zur Digitalen Bildverarbeitung, der Entwicklung von automatisierten Prozessierungsroutinen sowie von Landnutzungsänderungsmodellen und komplexen Entscheidungsunterstützungssystemen (Decision Support Systems, DSS) liefert die Geomatik einen wichtigen Beitrag zur Lösung von gesellschaftlich relevanten Fragen. Der Profilschwerpunkt Geomatik am Standort Bonn profitiert dabei synergetisch von der breiten inhaltlichen Ausrichtung der Bonner Geographie.

Im Rahmen des Profilschwerpunkts „Geomatik“ sind neue Verbundprojekte geplant, die – aufbauend auf den vorhandenen langjährigen Erfahrungen v.a. in den Bereichen Fernerkundung und Geographische Informationssysteme – integrative Problemlösungsansätze und neue Werkzeuge entwickeln sollen. Die behandelten Forschungsthemen und die dazugehörigen Methoden werden durch spezialisierte Masterstudiengängen (Master Geographie und Master Geomatik), sowie durch eine strukturierte Doktorandenausbildung in der Lehre zielgerichtet vorbereitet.

Die Region Bonn verfügt über eine bundesweit einmalige Dichte an Entwicklungs- und Beratungsfirmen, sowie Geoinformationen nutzender oder -produzierender Institutionen. Infolgedessen kann hier von einem bedeutenden Schwerpunkt der Nutzung und Entwicklung von Technologien zur Erstellung und Auswertung raumbezogener Information gesprochen werden. Insbesondere im Bereich der Technologieentwicklung sind viele Unternehmen „Spin-Offs“ der Universität Bonn. Einige dieser Unternehmen gehören zur internationalen Spitzenklasse in der Entwicklung raumbezogener Informationstechnologie. Mit einer Ausnahme haben alle in diesem Bereich global agierenden Unternehmen eine Niederlassung in Bonn, ebenso der internationale Branchenverband, das Open Geospatial Consortium. Die Universität Bonn ist der wesentliche Motor hinter dieser regionalen Wirtschafts- und Entwicklungspotenzial. Die Absolventen der Geographie mit einem Schwerpunkt in der Geomatik werden auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt.

Aus der Tradition laufender Forschungsprojekte ergeben sich für den Profilschwerpunkt zunächst drei regionale bzw. methodische Foci: (1) semi-aride und aride Gebiete in Afrika mit den Thematiken der Landdegradation und Landnutzungsänderung; (2) mitteleuropäische Kulturlandschaften und urbane Räume mit Fragen der Stadt- und Regional- und Umweltplanung; (3) (Weiter)-Entwicklung von Geodateninfrastrukturen mit automatisierten Prozessierungsketten, innovativer Sensorik und Umwelt- und Planungsmodelle. Alle Schwerpunkte haben einen engen Bezug zum rezenten Klimawandel bzw. Global Change und orientieren sich u.a. an übergeordneten internationalen Forschungsleitthemen, wie z.B. aus dem Global Land Project (GLP).

Der Profilschwerpunkt „Geomatik“ des Geographischen Instituts bildet eine wesentliche Säule des im Jahre 2001 gegründeten Zentrums für Fernerkundung der Landoberfläche (ZFL) der Universität Bonn. Darüber hinaus bestehen am Standort Bonn enge Kontakte und Kooperationen mit der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem universitären Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), verschiedenen UN-Organisationen (UNU, UNCCD, UN-Spider), dem Bundesamt für Naturschutz, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, der GIS-Industrie sowie mit Partnern aus dem Geoverbund ABC/J. Zusammen mit diesen und weiteren Partnern sollen die Kompetenzen im Bereich der Geomatik weiter konzentriert und wichtige Beiträge zu Lösung von aktuellen Fragen geleistet werden.

 

 

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